Anarchistische Buchvorstellung

Am Ende dieser Woche ist es wieder einmal soweit: Wir haben für theoretische Unterhaltung gesorgt – im Rahmen einer Buchvorstellung. Der FAU-Aktivist Roman Danyluk aus München wird in der Ganzen Bäckerei sein neues Buch vorstellen: „Freiheit und Gerechtigkeit – Die Geschichte der Ukraine aus libertärer Sicht“. Passend zu seinem Vortrag wird der Aktivist noch über folgende Themenschwerpunkte reden: der Zweite Weltkrieg in der Ukraine – ukrainischer Nationalismus, Nazivernichtungskrieg im Osten und die Shoa. Dazu kommt noch der zweite Schwerpunkt, der den Anarchismus in der Ukraine thematisiert. Wir dürfen also gespannt warten.
Dieser Vortrag wird am Sonntag, den 20.06. in der Ganzen Bäckerei (Reitmayrgässchen 4) um 20:30 Uhr stattfinden.
Es sind herzlich alle interessierten Menschen eingeladen, der Vortrag kostet wie immer nix, um Spenden wird natürlich gebeten.

Anarchistische Veranstaltungen in Auxburg

Da ja der Kampf für eine bessere Welt nicht nur auf der Straße, sondern auch in den Köpfen vorangehen sollte, haben wir für alle unsere geneigten libertären Freundinnen und Freunde passende Vorträge organisiert. Zu diesem Zweck kommt der FAU – Aktivist Rudolf Mühland ins selbstverwaltete Zentrum Augsburg – Die Ganze Bäckerei. Der Genosse wird am kommenden Montag, den 10. Mai, und am Dienstag (11.Mai) zwei Vorträge halten, die sich mit anarchistischer Theorie beschäftigen.
Am 10. wird es um „Anarchie und Strafe“ gehen. Wir sind wohl alle schon mal den Gedanken nachgehangen, wie das Leben wohl so in der Anarchie funktionieren wird. Was wird in der Anarchie mit „Verbrechern“ geschehen? Wird es noch Knäste geben, wo diese Menschen eingesperrt werden; ein System, das wir eigentlich von Grund auf ablehnen und bekämpfen?
Am nächsten Tag, dem 11., wird es um „Anarchosyndikalismus“ oder „Die FAU stellt sich vor“ gehen: Jede/r von uns hat die Formel „Ein Angriff auf eineN von uns ist ein Angriff auf alle!“ schon mal gehört. Und ebenso haben wir alle schon oft die Phrase von der „Solidarität“ vernommen. Aber was könnte die wirkliche, praktische Bedeutung dieser und noch ein paar anderer bekannter sozialistischer Schlagworte aus der ArbeiterInnenbewegung sein? Der Genosse wird diesen und anderen Fragen nachgehen und wird dabei einen kleinen historischen Überblick über die Wurzeln des Anarcho-Syndikalismus und seine Entwicklungen vom 19. bis zum 20. Jahrhundert geben.
Beide Veranstaltungen werden wie schon erwähnt in der „Ganzen Bäckerei“ (Reitmayrgäßchen 4) stattfinden. Losgehen wird es jeweils ab 20:30 Uhr (pünktlich!). Mindestens an einem Abend wird es zusätzlich noch eine vegane Volxküche geben. Wir hoffen auf euer zahlreiches Erscheinen und spendet großzügig, denn solche Veranstaltungen werden leider noch nicht mit Luft und Liebe finanziert!
Für alle, die das schnucklige selbstverwaltete Zentrum noch nicht kennen, haben wir den Ort entsprechend visualisiert:
WEg

Neue Seite der AN-Mering

Endlich ist es soweit, die AN-Mering zeigt ihr wahres Gesicht und klärt uns auf ihren neuen Internetseite über all die Dinge auf, die wir schon immer über sie wissen wollten. Daumen hoch für diese Aktion!
Hier die Seite, die wir allen Menschen egal welch politischer Gesinnung nur wärmstens ans Herz legen können:
Link zur AN-Mering Seite

Flüchtlingsdemo in Auxburg!

Am kommenden Samstag, den 24. April wird in Augsburg eine Demonstration unter dem Motto „Movement for equal and human rights – abolishment of the lager!“ stattfinden. Wie dem Titel zu entnehmen ist, handelt es sich bei dieser Aktion um öffentlichkeitswirksame Unterstützung der Flüchtlinge und Asylbewerber. Wir berichteten in einem unserer älteren Artikel über die Zustände in bayerischen Flüchtlingslagern und die Forderungen der Flüchtlinge. Nun werden wir am Wochenende auf die Straße gehen, um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen und ein sichtbares Zeichen des Widerstands gegen die bayerische Flüchtlingspolitik zu zeigen. Die konkreten Forderungen der Flüchtlinge sind:

- Bargeld statt Essenspakete
- Das Recht der Bewegungsfreiheit auch außerhalb des Landkreises, dem sie zugewiesen wurden (dies ist inzwischen von der bayerischen Regierung insofern gelockert worden, dass sich Flüchtlinge nun im jeweiligen Regierungsbezirk bewegen dürfen)
- Das Recht auf freie Wahl der Unterbringung
- Das Recht sich unabhängig von restriktiv vergebenen Arbeitserlaubnissen Arbeit suchen zu dürfen
- Einen respektvollen Umgang der deutschen Behörden mit den hier lebenden MigrantInnen

Aus diesen Gründen werden die Augsburger Stadträte durch unsere Demo noch einmal nachdrücklich aufgefordert, in einer parteiübergreifenden Resolution von der Regierung die Schließung der menschenunwürdigen Lager in Augsburg zu verlangen und entschieden eine private Wohnungsnahme aller Flüchtlinge zu unterstützen. Wir werden nochmals auf die prekäre Situation der Flüchtlinge – speziell in Augsburg und generell in Bayern – aufmerksam machen: Sowohl die rechtliche Lage, die darauf ausgelegt ist, den Einwanderern das Leben so schwer wie möglich zu machen, um sie zur „freiwilligen“ Ausreise zu bewegen, als auch die damit verbundene Unterbringung in Lagern, die desaströs ist, ist öffentlich zu kritisieren.

Dies soll nur einen kleinen eigenen Aufruf von unserer Seite darstellen, die ausführlicheren Erklärungen findet ihr auf der Seite des friedlichen und solidarischen Augsburg

Wir wollen mit unserem Protest die Situation der Flüchtlinge verbessern und hoffen natürlich auf rege Teilnahme an der Demo.
Datum: 24.04.
Ort: Königsplatz, Augsburg
Uhrzeit: 12 Uhr

Kommt zahlreich und verbreitet diesen Aufruf weiter!

Streik in bayerischen Flüchtlingslagern

Seit Januar 2010 protestieren Flüchtlinge in bayerischen Flüchtlingslagern gegen die herrschenden prekären Bedingungen. Am 26. Januar traten einige Flüchtlinge in 2 Lagern in Niederbayern in den Hungerstreik, welcher nach fast 3 Wochen beendet wurde, jedoch begannen Dutzende Flüchtlinge die Annahme der staatlichen Essenspakete zu verweigern. Der Streik weitete sich auf Hauzenberg, Breitenberg, Bogen, Regensburg, Aholfing und Passau aus. Seit Mitte März erreichte der Boykott auch Augsburg, wo 126 Asylbewerber streikten.
Zu ihren zentralen Forderungen zählen:
-Bargeld statt Essenspakete
-das Recht zu arbeiten
-Bewegungsfreiheit statt Landkreisbeschränkung durch Residenzpflicht
-Abschaffung der Zwangsunterbringung in Lagern
-Respekt der Verantwortlichen in Ausländerbehörden, Landratsämtern und dem Innenministerium gegenüber Flüchtlingen

Wir unterstützen die Forderungen der Flüchtlinge und hoffen, dass zumindest einige ihrer Ziele erreicht werden können.

AN-Mering von staatlicher Seite terrorisiert

Am Morgen des 30. März 2010 wurden zeitgleich in Mering, Gauting und Regensburg Nazi-Wohnungen von der Polizei durchsucht. Während es in Mering 5 Wohnobjekte waren, wurden in Gauting und Regensburg jeweils eine Wohnung ausgenommen. Diese Polizeiaktion wurde unter der Begründung des Verdachts der Volksverhetzung und der Sachbeschädigung durchgeführt. Die sieben ausnahmslos männlichen Neonazis im Alter von 17-22 waren polizeilich und auf Seite der Antifa einschlägig bekannt; Die Staatsanwaltschaft warf den Mitgliedern der „Autonomen Nationalisten Mering“ folgendes vor: „Die Mitglieder dieser Gruppe stehen im dringenden Verdacht, sich zur Begehung von Straftaten und Anfeindungen von Ausländern und politischer Gegner formiert zu haben.“ Bei der Durchsuchung förderten die Beamten ein Butterfly-Messer, Spraydosen, Sticker, Computer und eine Bong (endlich gelöst, das Rätsel um die Augenringe des Thomas H.) zu Tage.
Diese Polizeiaktion zog weite Kreise in den bayerischen Zeitungen, eine Solidarisierung von Nazi-Seite gab es nicht.
Hier verweisen wir auf den gut recherchierten Artikel von A.I.D.A.
Wir gratulieren den „autonomen“ Nazis zu diesem wahrhaft gelungenen Vorfall und freuen uns für sie.

Gedanken zum letzten Naziaufmarsch in Augsburg

Am 27. Februar marschierten Nazis anlässlich ihres 5. „Trauermarschs“ durch die Augsburger Innenstadt. Ihr Demonstrationszug verspätete sich ca. zweieinhalb Stunden, sodass der Marsch der Nazis erst um 14:30 Uhr statt wie geplant bereits um 12 Uhr startete. Ihr Weg führte vom Jakobertor zum Karlsberg, anschließend zum Stadttheater und zum Prinzregentenplatz, wo sie jeweils eine Kundgebung durchführten. Zwischen 16:30 und 17 Uhr fand sich der Demonstrationszug am Hauptbahnhof ein, wo die Nazis schließlich nach Hause fuhren.
Allgemein hielten sich Gegenaktivitäten in einem sehr begrenzten Rahmen. Aufgrund der fehlenden Mobilisierung außerhalb Augsburgs fanden sich sehr wenige bis schlicht gar keine organisierten auswärtigen Antifas in Schwabens Hauptstadt ein. Die Zahl der Nazis, die hauptsächlich aus dem Münchner und Ulmer Raum kamen, belief sich auf ca. 100-130. Demgegenüber standen maximal 200 Antifas (davon maximal 50 Organisierte) und eine größere Masse an sogenannten „Bürgern“. Begleitet wurde der alljährliche Marsch von einem standardmäßig immensen Polizeiaufgebot. Offiziell hieß es, dass 6 Hundertschaften aus ganz Bayern zusammengezogen wurden. Dazu kam noch mindestens eine auswärtige BFE-Einheit aus Baden-Württemberg und ein Hubschrauber, der zeitweise die Innenstadt überflog. Anders als bei vorhergegangenen Nazidemonstrationen wurde diesmal die gesamte Strecke abgegittert. Bereits um 9 Uhr war freie Bewegung in der Jakobervorstadt praktisch nicht mehr möglich, Passanten wurden nach ihrem Personalausweis gefragt, wenn sie an Polizeiabsperrungen vorbei wollten. Alles in allem also typisch bayerische Verhältnisse.
Bürgerliche Kundgebungen waren fast in der gesamten Innenstadt zu finden (fernab der Naziroute, um die Nazis auch ja nicht zu sehr zu stören). Die Größte fand auf dem Rathausplatz statt, wo diverse Bands spielten, Familien Bratwurst essen konnten und Parteien Infostände abhielten. Am Elias-Holl-Platz gab es eine Kundgebung von organisierten Migranten, an der Blauen Kappe eine Gedenkveranstaltung.
Die Neonazis konnten ohne jegliche Blockade ihren Marsch durchziehen, lediglich bei Kundgebungen konnte eine größere Menge von Gegendemonstranten ihren Unmut direkt an die Faschisten richten. Der Aufzug der Faschisten war ein Trauermarsch, deshalb wurden keine rechten Parolen gerufen.
Militantere Aktionen gab es aufgrund der wenigen entschlossenen Menschen nicht. Gerüchten zufolge sollen am Bahnhof ein paar Nazis angegriffen worden sein und in der Jakobervorstadt soll angeblich etwas gebrannt haben. Aktionen, die im Ansatz wohl als positiv erscheinen, den Naziaufmarsch haben sie leider nicht verhindert.
Weiter anzumerken ist, dass die EA-Nummer, die beim sporadischen Treffpunkt am Bahnhof ausgegeben wurde, schlicht nicht funktionierte, was bei rund 25 festgesetzten linken Demonstranten ein enormes Problem darstellte. Offiziell sprach die Polizei von 16 linken und 2 rechten gefangengenommenen Demonstranten.
Die nicht vorhandene Organisation von Gegenaktivitäten im voraus rächte sich insofern, als dass der Nazizug problemlos durch die Innenstadt ziehen konnte.
Im Gesamten war der Tag ein Reinfall für beide Seiten: Die Demonstration der Nazis war nicht so groß wie befürchtet, höchstens 130 Rechte waren im Gegensatz zum vorherigen Jahr, als mindestens 250 Nazis durch Augsburg zogen, mengenmäßig gesehen doch recht wenig.
Die relativ geringe Anzahl der Neonazis können wir jedoch keinesfalls als Erfolg werten, zum einen waren organisierte Gegenaktivitäten äußerst marginal, Antifas irrten recht ziel- und planlos durch die Innenstadt und letztlich wurde der Zug der Nazis nicht nennenswert gestört.
Die einzige Seite, die ihren Spaß an den politischen Aktivitäten hatte, war an diesem Tag wohl die Polizei; Vor allem am Abschluss der Demonstration am Hbf kam es zu regelrechten Jagdszenen unserer geliebten Unterstützungseinheit (USK) auf einzelne Demonstranten. Hunde kamen dann wohl auch zum Einsatz, uns ist aber nichts von etwaigen Verletzten zu Ohren gekommen. Bereits vor dem Ende des Nazitrauermarschs, wurde der Bahnhof von der Polizei abgesperrt. Im Nachhinein soll noch ein Naziauto aus Unterfranken angegriffen worden sein, was das USK als Vorwand nahm, nochmals rund 15 Antifas, die sich in der Nähe befanden, wegzuknasten.
Es bleibt festzuhalten, dass sich bis zum nächsten Naziaufmarsch in Augsburg einiges ändern muss, wenn ein Naziaufzug zumindest wieder einmal effektiv gestört werden soll. Ein Polizeiaufgebot, was höchstwahrscheinlich von der Menge her größer als Nazis und Gegendemonstranten war, ist zwar ein extremes Hindernis, einen Aufmarsch zu behindern, jedoch kann dies allein nicht als alleiniger Grund für die unorganisierten – und damit erfolglosen – Gegenaktivitäten gelten.
An dieser Stelle möchten wir anmerken, dass die Gründe für das „Versagen der Augsburger Antifa“ – wie es sinngemäß auf indymedia steht – jedoch nicht allein bei uns zu suchen sind: Uns ist klar, dass Mobilisierung und Organisation marginal bis gar nicht vorhanden waren und dies ist ein negativer Aspekt, der eindeutig Augsburger Gruppierungen zuzuschreiben ist. Dem sei anzumerken, dass es in den vorhergegangenen Jahren zum Teil immense Anstrengungen gegeben hat, diesen alljährlich wiederkehrenden braunen Marsch zu stoppen, diese aber nicht von Erfolg gekrönt waren. Trotz überregionaler Mobilisierung konnten sich organisierte Menschen aus anderen Städten nicht aufraffen, die Augsburger GenossInnen zu unterstützen. Alles, was wir hier in Augsburg von anderen Städten erwarten können, scheint destruktive Kritik über ein drittes Medium – nämlich Indymedia – zu sein. Wir können verstehen, dass es diesmal für Auswärtige furchtbar war, in Augsburg zu verweilen, da nicht einmal die Minimal-Struktur (EA) funktionierte. Jedoch waren bei den vergangenen Naziaufmärschen auch unwesentlich mehr Antifas aus anderen Regionen vor Ort.
Es bleibt für uns festzuhalten, dass dieser Tag nicht sonderlich erfolgreich war, weder für rechte noch für linke Demonstranten, wir hoffen aber, dass das nächste Mal wieder einigermaßen erfolgreicher für die „linke Szene“ wird. Dafür müssen wir aber alle unseren Arsch hoch kriegen, nach Augsburg zu kommen und „Action und Riot“ zu konsumieren läuft nun mal nicht. Mit ein Paar wirklich Organisierten mehr, wäre sowohl dieses Jahr, als auch die Jahre davor deutlich mehr gegangen. Aber vielleicht rüttelt dieser Total-flop unsere lieben Großstadtantifas und auch alle anderen von außerhalb mal wach, damit diese auch mal mehr von Augsburg sehen, als den Bahnhof beim durchfahren.
In diesem Sinne:
Solidarität muss praktisch werden, also auf nach Augsburg!

Ps: Glückwunsch an die Nazis Johannes Roßmann und Felix Muck die wegen Vermummung verhaftet wurden, gut gemacht ;)

Glückwunsch Roland

Ein paar erinnern sich ja noch an den Antifa-Actionday in München: Am Ende der Demo begegneten einige Antifas dem lokalen Nazikader Roland Wuttke, der planlos mit seinem Auto in der Häberlstrasse herumkurvte. Auto wie Nazi wurden leicht lädiert, was einen lustigen Domino-Effekt auslöste: Der Fahrer des Fascholautis wollte ohne richtigen Polizeischutz nicht zum Auftaktort weiterfahren, weshalb sich der Lauti um Stunden verspätete. Das verschob den Start der Demo so weit nach hinten, dass sie ihre komplette Route in der angemeldeten Zeit nicht laufen konnten, und abbrechen mussten. Immerhin: Ihre Vitamine konnten sich die Faschos unterwegs noch abholen. Wir merken uns: Als erkennbarer Nazi in der Nähe von Antifas parken wollen führt zu Lack- und Personenschäden.

Was hat das mit Dresden zu tun? Wuttke hat sich nichts gemerkt:

Bildquelle: Recherche Nord. Ein Bild weiter sind Flyer zu erkennen die im Auto waren, und an denen die Faschokarre vermutlich als solche erkannt wurde

Wuttke hat, wie er auf Altermedia schrieb, Dresdens Polizeichef angezeigt. Der hat den Aufruf zur Menschenkette unterstützt, und soll damit zu den Krawallen beigetragen haben. Der notorische Falschparker Wuttke zeigt sich so einmal mehr als beleidigte Leberwurst. Aus dem Text der Anzeige:

„So wurde mein Fahrzeug Kennzeichen AIC-YA492, abgestellt in der Friedenstraße etwa 50 m von Polizeieinsatzfahrzeugen (Kennzeichen u.a. LSA-48921 und MD-30017) entfernt, „entglast“ und umgeworfen. Anwohner berichteten, daß die Polizeikräfte keine Anstalten machten, dagegen einzuschreiten.“

Wuttke wäre nicht Wuttke, würde er nicht überall eine Verschwörung gegen sich wittern. Er wäre aber auch nicht er selbst, wenn er einen Brief an die Staatsanwaltschaft ohne Putschdrohung schreiben würde:

„Der Strafantrag wir öffentlich gemacht. Er wird weiter betrieben, auch wenn die Staatsanwaltschaft die Aufnahme von Ermittlungen verweigern sollte. Dies hat zur Folge, daß das Strafverfahren gegen den Beschuldigten, ggf. nach Wiederherstellung rechtsstaatlicher Bedingungen, fortgesetzt wird.“

Getroffene Hunde bellen und sorgen so für Unterhaltungswert. Und eine reelle Drohkulisse gegen Faschos schwächt deren Mobilisierungsfähigkeit – ein ganz pragmatischer Grund für Antifaschist_innen, auch in Zukunft beim Einparken zu helfen.

Alle Jahre wieder…

…kommt das Nazipack in unsere Stadt. Und alle Jahre wieder gehen wir auf die Straße um ihnen das Leben so unangenehm wie nur irgendwie möglich zu machen. Da mensch die augsburger Nazis zur Zeit nur recht selten zu Gesicht bekommt, sollten wir alle die Gelegenheit nutzen unseren Kameraden mal wieder zu zeigen wo der Hammer hängt. Anlass ist der gleiche wie jedes Jahr, die Bombardierung Augsburgs im Februar 1944. Wir könnten jetzt den gleichen Text nochmal schreiben, der jedes Jahr an dieser stelle steht, aber wir sind der Meinung, dass langsam alle wissen müssten worum es geht. Wenn doch noch das Bedürfnis nach mehr Information besteht, schreibt uns einfach an. Weitere Infos über Treffpunkte und Uhrzeiten folgen noch.
Damit ist alles gesagt, wir freuen uns darauf euch am 27. Februar in Augsburg bei den Gegenaktivitäten, welcher Art auch immer, zu sehen, wer nicht kommt ist selber schuld

Wir lieben Selbstironie

Nachdem wir eine lange künstlerische Pause eingelegt haben, werden wir euch nun wieder mit mehr oder weniger politischen Themen bespaßen. Dieses Wochenende war wie üblich Volkstrauertag, sowohl in der Augsburger Innenstadt an der Blauen Kappe, in Augsburg-Lechhausen am Schlössle, in Schwabstadl bei Landsberg am Lech, und natürlich auch an geringfügig bekannteren Orten wie München und Wunsiedel. Wohl so manche AntifaschistInnen sind am Samstag in die beiden letztgenannten Orte gepilgert, um den Nazis den Tag zu vermiesen. Dies soll wohl teilweise dann auch geklappt haben, letztendlich konnten die Rechten doch noch marschieren.
Wie üblich an den darauf folgenden Tagen schaut mensch in diverse Zeitungen, was die Mainstream-Presse schreibt. So stolperten wir online auch über ältere Artikel zu ähnlichen Themen. Wir nehmen als bestes Beispiel für gut recherchierte und aufbereitete Informationen für die gebildete Bürgerschicht natürlich nur eine Zeitung: Die BILD.
Zunächst möchten wir hiermit auf den Artikel hinweisen =>BILD
Vorab, wir finden es dem Niveau unserer Seite durchaus angemessen, BILD-Artikel zu verreißen, da auch wir schließlich nur eine populistische Internetseite betreiben.
Lasset uns beginnen:
Allein schon die Überschrift des seriös aufgemachten Artikels lässt uns Böses ahnen; Wurden wieder arme Politiker entführt oder gar erschossen? Lauert hinter jedem Busch wieder ein Linksextremist?
Nun ja, weiter im Text. Die linksextreme Szene in Deutschland wird immer aggressiver und militanter, in Berlin sollen jede Nacht Autos und gar Häuser brennen. Quer durch den gesamten Artikel ist lediglich von den Ausschreitungen in Berlin und einmal in Hamburg zu lesen, der arme Süden wird gänzlich ausgespart, obwohl ja schließlich auch wir zur Gesamt-BRD gehören und eigentlich auch immer militanter werden müssten… Ganz ehrlich, davon merken wir in Bayern und speziell in Augsburg nix.
Auch sollen wir sogar vor Mord nicht mehr zurückschrecken. Wie wird dies nachgewiesen?
Wir linken Terroristen sind anscheinend noch raffinierter als die damalige RAF, da wir „modernste Technik, Handys Laptops und das Internet“ nutzen. Ja holla die Waldfee, auch wir sind schon im 21. Jahrhundert angekommen. Natürlich muss bei der BILD-Hetze noch ein Vergleich mit den aktuellen Terroristen, den Islamisten, herhalten. Die linken Terroristen sind ja schließlich in der gleichen Weise organisiert, in kleinen Zellen, die der total überforderten Polizei schwer zu schaffen machen. Die einzige Ähnlichkeit die wir mit diesen religiösen FundamentalistInnen feststellen können, ist die Tatsache, dass es in Schland in den letzten Jahrzehnten weder von linker noch von islamistischer Seite auch nur einen einzigen Anschlag gab, den mensch als Terrorismus einzustufen bereit wäre.
Dem Polizeigewerkschaftschef Wendt wird anschließend der Sprecher des Innenministeriums gegenübergestellt, der in 2 Sätzen die eigentliche Aussage des BILD-Artikels gänzlich widerlegt. Nichtsdestotrotz wird weiter gegen den „vernachlässigten linken Terrorismus“ gewettert. Dieser kann nämlich nur eingedämmt werden, wenn verdeckte Ermittler zum Einsatz kommern, denn nur diese können die linken Terrorzellen zu Fall bringen. Wie Herr Wendt so tickt, kann mensch auch recht schön in einem Interview des Spiegels mit dem Bauern nachlesen.
Hier wird z.B. gefragt welche Ideologie Wendt hinter diversen Brandanschlägen und ähnlichen Aktionen vermutet. Die Antwort „Es ist eine Diktatur des Neides und der Versager.“ zeigt ja schon, dass wir es hier mindestens mit einem CDUnahen wenn nicht noch rechterem Persönchen zu tun haben. Logisch dass gerade so einer von der BILD zitiert wird.
Desweiteren wird darauf aufmerksam gemacht, dass bundesweit Polizeistellen abgebaut werden; Zumindest in Augsburg soll die Kaserne der Bereitschaftspolizei ausgebaut werden, um zusätzliche 200 Anwärter aufzunehmen. Ergo können wir eine verminderte Polizeistärke und infolgedessen eine geringere Präsenz auf den Straßen nicht nachvollziehen.
Was am Schluss eines jeden reißerischen Artikels gebraucht wird, ist der Schrei nach härteren Strafen.
Bei Widerstand gegen Polizeibeamte müsse die Strafandrohung von derzeit 2 auf 5 Jahre angehoben werden – was „Widerstand gegen die Staatsmacht“ dann schlussendlich ist, entscheidet der betroffene Polizist bzw. dessen/deren KollegInnen. Der liebe Herr Wendt sieht hierbei Parallelen zur Fischwilderei; Es ist jedoch nicht rechtens, Fischwilderei – also dem Abschlachten von Lebewesen, die nicht einmal die Möglichkeit haben, sich zu wehren – auf eine Stufe mit Widerstand gegen einen „Bullen“, ein „Schwein“ (um es in den Worten der RAF zu sagen), zu stellen.
Auch wir fordern am Ende unseres Artikels höhere Strafen – Fischwilderei muss einfach härter bestraft werden! Denn hierbei handelt es sich um vielfachen Mord aus niederen Beweggründen.
Goldfisch



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