Gelöbnis auf dem Rathausplatz

Am Dienstag, den 15. Februar, wird die Nachfolgerorganisation der Wehrmacht um 14:30 Uhr auf dem Rathausplatz in Augsburg aufmarschieren. Es werden ca. 100 uniformierte Staatsschützer erwartet, die extra aus Dornstadt und Donauwörth hergekarrt werden. Zusätzlich treten noch ein Heeresmusikkorps und ein Ehrenzug auf. Es wird das erste und hoffentlich auch letzte feierliche Gelöbnis der Bundeswehr auf dem Rathausplatz sein. Die Stadt lädt im Anschluss ans Gelöbnis zu einem Empfang in den Goldenen Saal ein. Die Initiative für die Einladung der Bundeswehr ging vom Arbeitskreis Außen- und Sicherheitspolitik (ASP) aus – diese Organisation gehört erstaunlicherweise der CSU an. Der ASP-Vorsitzende Stefan Düll meint mit dieser Veranstaltung die verdiente „Anerkennung für Deutschlands Soldatinnen und Soldaten“ ausdrücken zu müssen. Unterstützung hat er natürlich sofort vom Oberbürgermeister Gribl, MdB Ruck und dem Bundesverteidigungsministerium erhalten.
Es ist zu erwarten, dass der Rathausplatz weiträumig abgesperrt wird. Dies ist nur eine weitere Veranstaltung, die die Militarisierung der Gesellschaft vorantreibt und einen kritischen Umgang mit dem Militär zu unterbinden versucht. Die „Bürger in Uniform“ – wie sie euphemistisch genannt werden – sorgen schließlich dafür, dass deutsche Interessen weltweit mit militärischen Mitteln erstritten werden. Im Auftrag von Politik und Wirtschaft – und leider auch mit der schweigenden Mehrheit der Bevölkerung – wird fleißig in verschiedenen Orten der Welt gemordet. Unter der schönen Beschreibung von „Krieg gegen den Terror“ und „humanitären Einsätzen“ tritt die Bundeswehr wieder als Angriffsarmee in die Fußstapfen ihrer Vorgängerorganisation und trägt Gewalt in viele Teile des Erdballs.
Dagegen heißt es vorzugehen, hier in Augsburg können wir ein Zeichen setzen, dass Militarismus und die Verherrlichung des Militärs im Allgemeinen nicht weiter gesellschaftsfähig bleiben. Wir sehen uns am 15. Februar und werden das Militär angemessen begrüßen!