Aus Platzgründen wurden auf dieser seite alle älteren Artikel zusammengeschrieben. Wir hoffen es ist nicht zu unübersichtlich. die neuesten Artikel sind unten. Viel Spaß beim lesen.

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

„Wir sind hip und wir sind da!“

„Wir sind nicht hip! Wir sind nicht pop! Wir scheißen auf Style! Wir sind oldschool!“ (Patros Tzatziki, anonymer Anarchist)
Der AK AUA profiliert sich als radikal-anarchistische Antifagruppe.
Viele von euch werden uns schon kennen, andere werden uns noch kennen lernen.
Hier entsteht in Kürze unsere Webpräsenz.

Antifaschistische Grüße aus dem sonnigen Auxgurk

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Stellungnahme

Stellungnahme zur Antifa-Demo am Abend des 22. Februar
Es folgt ein kurzes Statement des AK AUA zur Demo.

Die Antifa-Demo unter dem Motto „Keine Tränen für deutsche TäterInnen“ begann um 18 Uhr am Königsplatz und dauerte bis ca. 20 Uhr.
Das Konzept war zweiteilig gegliedert; zum einen wurde der Opfer des Nationalsozialismus gedacht, im zweiten Teil dann die Befreiung vom NS-Regime gefeiert. An der Demo beteiligten sich ca. 100 AktivistInnen. Es war nur wenig Polizei vor Ort, trotzdem blieb alles friedlich.

Eine ausführliche Stellungnahme wird vorraussichtlich am Dienstag folgen, einen Tag nach der geplanten Nazi-Demo.

Wer es noch nicht weiß:
Der „Trauermarsch“ der Neonazis wurde vom Veranstalter, dem „Augsburger Bündnis Nationale Opposition“, auf Montag, den 25.02., verlegt. Die Demonstration ist für 18:30 Uhr angemeldet.
Sie soll damit parallel zur, von der Stadt organisierten, Gedenkveranstaltung im Augsburger Rathaus stattfinden.
Wir stellen uns auch am Montag – trotz des unpässlichen Termins mitten unter der Woche – den Nazis in den Weg und hoffen auf Unterstützung!

Antifaschistische Grüße aus dem jetzt dunklen (weil Nacht) Auxgurk.

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Antifa Action Days pt. 1: Freitag 22.02.08

Antifa-Demonstration: „Keine Tränen für deutsche TäterInnen“

Am Freitag, den 22.02.08 fand in Augsburg eine Antifa-Demonstration, die von den Augsburger Antifagruppen eigentlich als Vorabenddemo zum Naziaufmarsch,der am Samstag stattfinden hätte sollen, geplant war, statt.

Die Antifa-Demo, deren Motto „Keine Tränen für Deutsche TäterInnen“ war, startete um 18 Uhr am Königsplatz. Nach dem Verlesen der Auflagen und der ersten Redebeiträge begann der erste Teil der Demo. Zunächst beteiligten sich ca. 130 Personen beim 2. Teil der Demo waren es nur noch circa 100 Personen. Polizei war in extrem geringer Menge vor Ort (max.50). Der erste Teil – der dem Gedenken der Opfer des NS-Regimes gewidmet war und damit eher inhaltlich und ruhig durchgeführt wurde – führte vom Kö zum Prinzregentenplatz und von dort aus zum Stadttheater und schließlich zur Blauen Kappe. Die Strecke war so gewählt worden, um auf den historischen Hintergrund der anliegenden Gebäude aufmerksam zu machen. Der Katzenstadel an der Blauen Kappe war im 3.Reich ein Gestapogefängnis, in dem politische Gegner gefoltert und ermordet wurden. Die verlesenen Redebeiträge handelten unter anderem von Anni Pröll (Widerstandskämpferin) und Kritik an der bürgerlichen Gedenkpolitik.
Der zweite Teil der Demo begann mit dem Verteilen von Sekt, Konfetti, etc. Transparente und Fahnen wurden ausgepackt und es formierte sich ein kleiner Block. Laut Parolen rufend zogen die AntifaschistInnen in die Innenstadt. Am Moritzplatz fand nochmal eine Zwischenkundgebung statt. Der Block wurde aufgelöst und die komplette Straßenbreite wurde ausgenutzt. Am Königsplatz wurde die Demo schließlich aufgelöst und ein Teil der AntifaschistInnen versuchte noch weiter zu ziehen, was die Polizei zu diesem Zeitpunkt nicht verhindern konnte. Aufgrund der mangelnden Unterstützung der übrigen Demoteilnehmer konnte der kleine Block jedoch nicht mehr weiterziehen, was der allgemein sehr guten Stimmung jedoch keinen Abbruch tat.
Fazit:
Trotz der mageren Unterstützung aus anderen Städten war die Demo überraschenderweise gut besucht und verlief wie geplant. Verhaftungen gab es keine. Trotz der gewöhnungsbedürftigen Musik war die Stimmung sehr ausgelassen.
Wir bedanken uns bei allen, die da waren und hoffen, euch auf der nächsten Antifa-Demo wiederzusehen.

Transpis:


Demo an sich:



------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Antifa Action Days pt. 2: Samstag 23.02.08

Bürgerliche (Wahlkampf-)Aktionen in der Augsburger Innenstadt.

Der Aufmarsch der Neonazis wurde „aufgrund der vielen angemeldeten Gegenveranstaltungen“ vom Anmelder auf den Montag verschoben. Die bürgerlichen Aktionen fanden trotzdem statt und es wurde sich kräftig im angeblichen Triumph („Augsburg bleibt nazifrei“) gesonnt.
Wir persönlich fanden das ja doch eher uncool und haben die Bürger daran erinnert, dass das Problem nur aufgeschoben und nicht aufgehoben ist.

Gegen 10 Uhr versammelten sich am Hauptbahnhof einige AntifaschistInnen. Da der Neonazi-Aufmarsch auf Montag verschoben worden war, beschloss mensch, die eigenen Ansichten in die Öffentlichkeit zu tragen. An der City-Galerie wurde kurzerhand eine Schülerdemo übernommen, die ein Teil der bürgerlichen Aktionen war. Die Demo führte zum Rathausplatz und wurde von den AntifaschistInnen gänzlich vereinnahmt. Wir stellten das Fronttransparent und sorgten für Lautstärke mit den typischen Antifa-Parolen. Dort angekommen, löste sich die Demo im großen Mob der anwesenden Bürger auf. Kurz darauf startete die erste Spontandemo durch die Shoppingmeile von Augsburg. Wir wollten zum einen die Bürger beim Einkaufen stören und auf unsere Ansichten der Dinge aufmerksam machen. Dieser Spontandemo folgten im Laufe des Tages noch zwei weitere. Durchschnittlich nahmen an diesen Aktionen rund 20-25 Personen teil. Die Polizei schritt überraschenderweise nicht ein, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt sehr zahlreich in der Stadt unterwegs waren.
Des Nachts wurde ein Farbanschlag auf das Kriegerdenkmal an der Blauen Kappe verübt.
Fazit:
Die meisten Bürgerlichen Veranstaltungen zielten lediglich darauf ab, Wahlpropaganda zu betreiben und sich selbst zu feiern. Sowohl bei diesen Veranstaltungen als auch beim samstäglichen Shopping wurden unsere Inhalte erfolgreich vermittelt.
Wir bedanken uns bei allen AktivistInnen, die uns unterstützt haben.

Schülerdemo



Hübsch bunt: Das Kriegerdenkmal neben dem Katzenstadel



------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Antifa Action Days pt. 3: Montag 25.02.08

Montag, der Tag des Aufmarsches.

Der Treffpunkt der Neonazis war um 18 Uhr am Jakobertor. Stunden davor patrouillierten schon Polizeikräfte durch die Innenstadt. Die AntifaschistInnen zogen in Kleingruppen durch die Stadt und versuchten, anreisende Nazis abzufangen. Dies gelang jedoch nicht, da praktisch an jeder Ecke Wannen standen und die Bullen immer wieder Kontrollen durchführten. Eine größere (einzige) Gruppe FaschistInnen (33) wurde vom USK eskortiert und somit wurde es einer Gruppe AntifaschistInnen (5) unmöglich gemacht, Gewalt anzuwenden. ;)
Unter massivem Polizeischutz versammelten sich bis 20:15 Uhr lediglich 50 Neonazis. Sie liefen unter dem Schutz der bayrischen Prügel-Avantgarde zügig zum Rathausplatz. Dort angekommen, wurden die FaschistInnen von rund 500 NazigegnerInnen und einigen geworfenen Flaschen empfangen. Sie standen in ihrem Käfig und schwiegen, da sie aufgrund der bürgerlichen Gedenkveranstaltung im Rathaus keinen Lautsprecher verwenden durften. Das USK eskalierte die Lage, da sie sich mitten unter die Gegendemonstranten stellten. Sie fingen an, rumzuknüppeln und nahmen DemonstrantInnen in Gewahrsam. Hierbei sei erwähnt, dass es sich bei den Verhafteten wie immer hauptsächlich um Jugendliche handelte, und dass die Knüppelbullen diese mit äußerster Brutalität festnahmen. Die Neonazis versuchten, über das Stadttheater zu ihrer „Abschlusskundgebung“ am Königsplatz zu gelangen. Dies verhinderten hunderte NazigegnerInnen, indem sie den Käfig blockierten. Die Polizei unterließ es diesmal, durch die Menge hindurchzuprügeln. Somit mussten die beleidigten Nasen schmollend zum Hauptbahnhof abziehen. Der Abzug war extrem chaotisch, da die Polizei wieder einmal total überfordert war, die AntifaschistInnen von den Neonazis abzuhalten. Die FaschistInnen wurden zum Zug begleitet und fuhren endlich wieder heim.
Fazit:
Trotz der Tatsache, dass der Aufmarsch an einem Wochentag und dazu noch abends war, wurden die Neonazis von rund 800 GegendemonstrantInnen empfangen. Es waren unzählbar viele Bullen und ein Wasserwerfer vor Ort. Es wurden 7 Personen mit den üblichen Vorwürfen in Gewahrsam genommen. Positiv war, dass die Abschlusskundgebung der FaschistInnen verhindert werden konnte.
Für die versammelten FaschistInnen war es eine peinliche Vorstellung, da sie erstens nur 50 KameradInnen mobilisieren konnten und sie zweitens nicht einmal einen Lautsprecher verwenden durften.
In diesem Sinne: Für den Anarchismus!

Nazis:

Bullen bei der Ausübung ihrer Pflicht am Vaterlande:

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Wuttke und die 7 Nazis

Es wird einmal, in naher Zukunft (29.03. im Jahre des Herrn 2008 n.Chr.) … ein Naziaufmarsch in Augsburg stattfinden. Sie werden wahrscheinlich versuchen, plündernd und brandschatzend durch unser schönes Auxgurk zu ziehen.
Das werden wir zu verhindern wissen.

Den Demo-Aufruf der Nazis gibts hier,
ein umfangreicherer Artikel mit näheren Informationen wird in Kürze online gestellt.
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Hausdurchsuchung in Augsburg

Repression gegen Antifaschisten in Augsburg

Am Mittwoch, den 5. März 2008, durchsuchten Beamte des Augsburger Staatsschutzes die Wohngemeinschaft zweier Antifaschisten in Augsburg. Die Polizei wirft einem von ihnen „versuchte Brandstiftung“ an einer Gaststätte in einer Gögginger Schrebergartensiedlung vor. In dieser Gaststätte fand im Jahr 2007 mindestens eine Veranstaltung der rechtsextremen DVU statt.

Bereits Anfang Januar berichtete die Augsburger Allgemeine (AZ) unter dem Titel „Brandanschlag auf Gögginger Gaststätte“ über die versuchte Brandstiftung an der Gaststätte. In dem Artikel wurde bereits explizit darauf hingewiesen, dass ein „politisch motivierter Hintergrund nicht auszuschließen“ sei. Schließlich sei es bereits im März 2007 bei Protesten gegen eine DVU-Veranstaltung in der Gaststätte zu „Randalen“ gekommmen.

Aus welchen Gründen die Polizei jetzt darauf kommt, ausgerechnet die Wohnung dieses Antifaschisten zu durchsuchen, ist nicht nachzuvollziehen. So willkürlich wie die Dursuchung war, hätte der Augsburger Staatsschutz auch die Wohnungen jeglicher antifaschistisch gesinnter Menschen in Augsburg durchsuchen können.

Die Durchsuchung der Wohnung fand am 5. März 2008 gegen 7.15 Uhr statt. Trotz des Protest des Beschuldigten drangen die Beamten auch in die Räume seines zu diesem Zeitpunkt nicht anwesenden Mitbewohners ein, und entwendeten dessen Computer, Farbdosen sowie Plakate; schließlich entnahmen sie noch die Speicherkarte seiner Kamera. Desweiteren verweigerte die Polizei dem Beschuldigten sämtliche Telefonate; vor allem durfte er den mitbetroffenen Hauptmieter nicht benachrichtigen. Auch dem Beschuldigten selbst wurden der Computer, etliche CD’s und private Briefe ohne politischen Inhalt entwendet.

Das Vorgehen der Beamten war vollkommen willkürlich und unsystematisch. Offensichtlich zielte die Durchsuchung nicht darauf ab, Beweise zur Tat zu finden, schließlich war schon im Durchsuchungsbefehl die Rede von der Suche nach „linkem Propagandamaterial“ und „externen Speichermedien“. Die Polizei beschlagnahmte also Gegenstände, die mit dem Vorwurf der Brandstiftung in keinerlei Zusammenhang standen.

Die Vernehmung des Beschuldigten entbehrte ebenso jeglichen Bezugs zum Tatvorwurf, da die Beamten ausschließlich Fragen zu linken Strukturen in und um Augsburg stellten, um diese zu durchleuchten. Wir gehen davon aus, dass diese überzogene Polizeiaktion lediglich der Einschüchterung und der Sammlung von persönlichen Daten von aktiven Antifaschisten diente und werten diese Durchsuchung als Kriminalisierung der linken, antifaschisten Szene in und um Augsburg. Deshalb fordern wir die sofortige Herausgabe aller beschlagnahmten Gegenstände, die Einstellung des Verfahrens und das Ende jeglicher Repression gegen linke Strukturen.

UnterstützerInnen:
Ganze Bäckerei Augsburg, Infoladen Augsburg, Gruppe Contra Real, Ray[a], Jugendantifa Augsburg, Ak AUA, Antifa Horgau, Infogruppe Rosenheim, SDAJ Bayern, Organisierte Autonomie Nürnberg

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Erneuter Gurkenaufmarsch am 29.03.08

Es ist mal wieder soweit: am Samstag, den 29.03.08 wollen die rechten Dauermarschierer wieder durch Augsburg laufen. Der 5. Aufmarsch innerhalb von 15 Monaten trägt das Motto „Gegen kriminelle Tendenzen“. Also haben sie mal wieder einen Grund, sich von Grün und Schwarz durch die Stadt prügeln zu lassen. Der letzte Aufmarsch liegt erst einen Monat zurück. Damals war die für den 23.02. angekündigte Demo zunächst verboten und dann auf den folgenden Montag verschoben worden.

Doch so ein Demoverbot lässt Nazi eben nicht lange auf sich sitzen und somit haben diese erneut einen Grund gesucht und gefunden um durch Augsburg zu marschieren. Diesmal möchten sie unter dem Motto „gegen kriminelle Tendenzen“ am 29.03.08 demonstrieren. Für den Ottonormalvergaser klingt dieses Motto einleuchtend und wird bestimmt nicht so kritisiert wie z.B. das Motto „gegen den anglo-amerikanischen Bombenterror“, bei dem jeder relativ intelligente mensch sofort eine rechte Gesinnung raushören müsste. Aber „gegen kriminelle Tendenzen“ ist ein Motto das genausogut von der CSU stammen könnte, die bürgerliche Meinung gut wiederspiegelt und somit wird es von der bürgerlichen Seite wohl kaum kritisiert werden. Welche kriminellen Tendenzen hier gemeint sind, geht aber ganz klar aus dem Video, das auf der Seite der Rechten mit dem Demoaufruf verbunden gepostet ist, hervor. In diesem Video wird auf den Übergriff zweier „ausländischer“ Jugendlicher auf einen Rentner in der Münchner U-Bahn und die dadurch ausgelöste Debatte (Wahlkampf Hessen…) verwiesen, die „kriminellen Ausländer“ werden angeklagt. Paradox erscheint hier jedoch eine Filmsequenz in der ein Rechter zu sehen ist, wie er sich mit Sprühdose und Schablone an einer Hauswand vergeht. Dies sollte wohl ganz klar machen, dass es sich bei diesem Demomotto nur um kriminelle Tendenzen – die von MigrantInnen ausgehen – handelt, und sollte selbst den Ottonormalvergaser auf die Straße zwingen um gegen diese Nazidemonstration laut zu werden. Da dies in unserem konservativen Augsburg aber nicht vorkommt, wird hiermit jeder engagiertere, links von den Bürgerlichen angesiedelte Mensch dazu aufgerufen, sich den Nazis entgegenzustellen.

Also nehmt die kleine Schwester an der Hand und auf nach Auxgurk am 29.3.08.!!

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Nachtrag zur Nazidemo am 29.03.

Nach reiflicher Überlegung sind wir zu dem Entschluss gekommen, keinen eigenen Bericht zu schreiben. Sollten wir uns jedoch kurzfristig umentscheiden, werden wir natürlich etwas posten. Einen sehr informativen und auch bebilderten Bericht hat die VVN/BdA Augsburg auf ihrer Homepage (mehr…)
es bleibt abzuwarten, ob bayrische und schwäbische FaschistInnen Augsburg als Pilgerort instrumentalisieren wollen. Vielen Dank an alle die da waren! Wir werden euch auf jeden Fall weiterhin auf dem Laufenden halten.
Stay true!

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Erneuter NPD-Infostand

Heute, am 19.04., veranstaltete die Nationale Opposition Augsburg erneut einen Infostand am Martin-Luther-Platz hinter dem Karstadt (für die Konsumorientierten unter uns). Dieser begann um ca. 10 Uhr und dauerte bis 12:30. Widerstand von links war gering bis gar nicht vorhanden, was zum einen an der geringen Zahl und zum anderen an der Unentschlossenheit der anwesenden AntifaschistInnen lag. So konnten die NeofaschistInnen ihre Progaganda mittels Flyer ungestört unter die shoppende Menge bringen. Die Polizei war anfangs gar nicht präsent und später auch nur mit einigen Zivi-Cops und wenigen StreifenpolizistInnen.
Die Zahl der Nazis belief sich auf etwa 20 Personen. Anwesend waren unter anderem AN-ler aus dem Münchner Raum und Dorfnazis aus dem Augsburger Umland.
Dies war der zweite Infostand in der Augsburger Innenstadt innerhalb von acht Tagen. Es ist davon auszugehen, dass weitere folgen werden.

Mensch muss sich also gezwungenermaßen überlegen, wie zukünftig mit solcherlei Veranstaltungen umzugehen sein wird.

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Gründung einer Günzburger Antifagruppe

Vor kurzem hat sich in Günzburg – keine halbe stunde Autobahnfahrt entfernt – eine antifaschistische Gruppe gegründet. Wir wünschen den GenossInnen viel Erfolg. In diesem Sinne: Support your local Antifa!
(mehr…)

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Rettung der Versammlungsfreiheit

Am Samstag, den 26.04. gab es in der Augsburger Innenstadt mehrere Infostände, die über die drastische Einschränkung der Versammlungsfreiheit in Bayern aufklärten. Die Überraschung der Menschen war enorm, da in der Presse kaum bis gar nicht über diesen Gesetzesvorschlag informiert wurde. Daran erkennt mensch einmal mehr, dass die Bevölkerung absichtlich im unklaren über ihre Mitwirkung in diesem System gelassen wird. Ginge es nach der CSU, dann würde Versammlungs- und Meinungsfreiheit gleich gänzlich abgeschafft und unter Strafe gestellt werden. Grund für den Gesetzesvorschlag war, dass es rechtsextremen Gruppierungen künftig schwerer gemacht werden soll, öffentlich Propaganda zu betreiben. Klingt also nicht mal schlecht. Liest mensch sich den Gesetzesentwurf jedoch einmal genauer durch, erkennt man den eigentlichen Zweck: Versammlungen sollen künftig extrem erschwert oder gar nicht erst möglich gemacht werden.
Zum kurzen Überblick hier die wichtigsten Fakten:

- bereits 2 Personen, die sich laut unterhalten, können als Versammlung gewertet werden
- Fahnen, Anstecker, Buttons und einheitliche Schilder können nach willkürlicher Entscheidung der Polizei gegen das neu erfundende „Militanverbot“ und mit einer Geldbuße von bis zu 3000 Euro belangt werden
- VersammlungsleiterInnen und OrdnerInnen werden zum verlängerten Arm der Polizei gemacht. Selbst Ordner müssen ihre persönlichen Daten angeben und können von Behörden und Polizei als „ungeeignet“ und „unzuverlässig“ abgelehnt werden
- Versammlungen können nach Gutdünken von der Polizei in Übersichtsaufnahmen gefilmt werden, die Aufnahmen beliebig lange aufbewahrt werden.
- Zum Verbot einer Versammlung kann es ausreichen, wenn die Rechte dubioser „Dritter“ in irgendeiner Form beeinträchtigt werden könnten
- Bei Veranstaltungen in Räumen muss der Polizei ein „angemessener Raum“ angeboten werden – wenn nicht „angemessen“, dann wieder bis zu 3000 Euro…

Für Interessierte hier die Seite des Augsburger Aktionsbündnis “Rettet die Versammlungsfreiheit”.

Dies sind nur ein paar Beispiele, wie der Willkür der Polizei Tür und Tor offen stehen sollen. Falls dieses Gesetz durchkommen sollte, was bei der aktuellen politischen Lage nicht verwunderlich wäre, wird es in Bayern zukünftig sehr schwer sein, sich überhaupt noch versammeln zu können und seine Meinung kundzutun.

Dies können und werden wir nicht hinnehmen! Wir rufen Jede/n dazu auf, aktiv zu werden und gegen dieses neue Absurdum vorzugehen!
Gegen das geplante Versammlungsgesetz!
Für die Soziale Revolution!

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
1. Mai in Nürnberg

Am 1. Mai fand in Nürnberg die Revolutionäre 1. Mai Demo statt. Von Gostenhof aus zog ein ziemlich großer Demonstrationszug in die Nordstadt, um sich den dort marschierenden Neonazis von NPD und Co. in den Weg zu stellen. Die Teilnehmeranzahl der klar linksradikalen Demo wurde auf 4000 Menschen geschätzt.
Bevor die Demo jedoch bis zum Abschlussort kam, wurde sie durch Bullenketten aufgehalten, welche kurzerhand durchbrochen wurde. Zur Naziroute direkt kam mensch jedoch nicht, da mindestens zwei Reihen USK, doppelte Hamburger Gitter, Riotcops mit Schilden und dahinter noch Bullenwannen standen. Da war kein Durchkommen möglich. Die Menge machte ihrer Wut Luft und es regnete Steine, Flaschen, Farbe und jede Menge Dreck auf die Staatsmacht. Diese reagierte gewohnt brutal, versprühte Gas, knüppelte wild drauflos, konnte die Situation jedoch nicht unter Kontrolle bringen. Minuten später stürmte das USK nach vorne, schlug sich 20 Meter durch die Menschenmasse und kaperte den Lauti der OA. Hierbei wurden etliche Menschen verletzt und mussten ambulant behandelt werden. Die Bullen zerstörten anschließend die Soundanlage samt Boxen. Auf der Ladefläche des Lkw’s wurden Verletzte, die dort versorgt wurden, nochmals verprügelt. Nach ein paar Minuten konnte der Lauti aber wieder zurückerobert werden.
Nach ca. einer Viertelstunde sah mensch ein, dass durch dieses enorme Aufgebot kein Durchkommen war und machte sich auf, die Naziroute an anderen Stellen zu blockieren. Dies gelang jedoch nur vereinzelten Grüppchen, da die gesamte Naziroute schon hundert Meter im Voraus abgegittert und von einem martialisch auftretenden Bullenaufgebot bewacht wurden.
Die ca. 1000 Neonazis konnten somit nahezu ungestört marschieren.

Alles in allem war der 1. Mai trotz der Naziprovokation ein Erfolg. Die Revolutionäre-Erste-Mai-Demo war bisher noch nie groß und hatte keinerlei Auflagen.
WIr werden sehen, ob wir nächstes Jahr wieder auf die Straße gehen können. Denn das geplante bayrische Versammlungsgesetz würde diese Form des Protests unmöglich machen.

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Zahlreiche NPD-Infostände

Seit letzter Woche sind Faschisten wieder verstärkt in unserem schönen Augsburg aktiv. Der erste Infostand fand am Freitag am Königsplatz statt. Sie vertrieben sich dort zwischen 10 und 15 Uhr die Zeit mit gelegentlichem Flyerverteilen. AntifaschistInnen waren in relativ geringer Anzahl vor Ort und konnten aufgrund des massiven Bulleneinsatzes nicht wirklich störend eingreifen.
Die NPD sammelte Unterschriften für die Landtagswahl in Bayern, um auch in Schwaben antreten zu können.
Verteilt wurden die „Nationale Zeitung“, eine Sonderveröffentlichung der NPD in Zeitungsformat, Flyer über Gentechnik, Heimatschutz und einen Maßnahmenkatalog, der eingeführt werden soll, wenn die FaschistInnen an die Macht kommen.

Am Samstag morgen versammelte sich am Königsplatz eine beachtliche Menge von Antifas, um den angekündigten NPD-Infostand am K&L gebührend zu empfangen. Lediglich ein paar hektisch telefonierende NPD‘ler tauchten ab und zu mal auf, verschwanden jedoch bald wieder und bauten ihren angemeldeten Infostand nicht auf. Montags am Martin-Luther-Platz wurde der Tisch von lautstarken Protesten begleitet und somit PassantInnen auf das Treiben aufmerksam gemacht. Auffällig war wieder das repressive Verhalten der Streifenbullen, die flächendeckend Personenkontrollen durchführten und sogar einen Versammlungsleiter erzwingen wollten.
Tags darauf am Dienstag baute die NPD nach einem kurzen Zwischenfall ihren Stand um 13 Uhr ab, errichtete ihn jedoch ca. 2 Stunden später wieder. Mittwochs standen sie unbehelligt vormittags am königsplatz und verzogen sich wieder um die Mittagszeit herum. Auch heute standen sie wieder hinter dem Karstadt auf dem Martin-Luther-Platz und konnten bis 12 Uhr unbehelligt verteilen und verschwanden auch dann wieder spurlos.
Es ist davon auszugehen, dass sie auch morgen wieder vormittags in der Innenstadt auftauchen, ihr Propagandamaterial verteilen und dann wieder verschwinden. Wie sich die Dinge in nächster Zeit entwickeln, bleibt abzuwarten.
Trotz der überwiegend ablehnenden Haltung der PassantInnen konnten die Neonazis unter Polizeischutz – der zeitweise sogar bis zu 5 Streifenbesatzungen zählte – ihren geistigen Müll unter die Leute bringen.

Wir können und werden dies so nicht hinnehmen!

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Demonstration gegen das Versammlungsgesetz in München

Am Samstag, den 31.05.08 war es soweit: Ca. 30 (!) Menschen aus Augsburg, Horgau und Günzburg trafen sich kurz vor 12 am Augsburger Hauptbahnhof. Erfreut über das zahlreiche Erscheinen machten wir uns auf nach München.
Hatte mensch sich schon auf langwierige Durchsuchungen und Abfilmen eingestellt, so wurden wir „bitter enttäuscht“: Lediglich am Hauptbahnhof standen einige Züge Elitebullen des USK herum und heuchelten Aufmerksamkeit. Anscheinend waren sie über die Ansammlung von schwarzgekleideten PolitikinteressentInnen dermaßen gelangweilt, dass sie nicht einmal Personenkontrollen durchführten. Mit U- und S-Bahn ging es dann zur Münchner Universität auf dem Geschwister-Scholl-Platz, um gegen das von der CSU vorgelegte Versammlungsgesetz zu demonstrieren. Auf dem Weg dorthin wurden wir netterweise von 6 USKlern begleitet, was uns ein ungemeines Gefühl von Sicherheit vermittelte.
So kamen wir schließlich auf dem Platz an, wo sich bereits ein Konglomerat aus (fast) allen möglichen politischen Richtungen versammelt hatte: Von FDP, Grünen, den Linken, ver.di, Bürgerorganisation bis hin zu radikalen linken Gruppen war alles vertreten. Die einzigen, die sich nicht blicken ließen, war – überaschenderweise – die CSU und der DGB (Dieser will allein am 21.06 auflaufen).
Das Warum und Wieso dieser Demo muss an dieser Stelle nicht noch einmal erläutert werden, da schon im Vorfeld dieser Demo ausreichend informiert worden ist.
So versammelten sich ab 13 Uhr besagte Gruppen auf der Grünanlage, bis um 14 Uhr schließlich die ersten Redebeiträge verlesen wurden und ein Rapper ein kleines Liedchen trällerte. Bis dato waren ca.700 Menschen versammelt und – für Münchner Verhältnisse – wenig Polizei vor Ort. Um ca. 14:45 Uhr setzte sich dann der Demonstrationszug in Bewegung. Vorneweg lief der antikapitalistische Block, der aus mindestens 700 bis 800 Menschen bestand. Dahinter reihten sich die anderen Demonstrationsteilnehmer ein. Insgesamt waren es am Anfang der Demo 2500-3000 Menschen – nach Polizeiangaben. Also machten die Linksradikalen fast ein Drittel der Demo aus.
Begleitet wurde der Zug – natürlich nur vorne am schwarzen Block wohlgemerkt – von abwechseln Bepos, USKlern und normalen Streifenbullen
Die Demonstration lief im Gesamten eher ruhig ab, es gab lediglich einige kleinere Rangeleien mit den Bullen an der Seite, die mit Böllern abgewehrt wurden.
Vor dem bayrischen Innenministerium wurde eine Zwischenkundgebung abgehalten, in der das Versammlungsgesetz noch einmal thematisiert wurde. Nach ca. 7 Kilometer Demoroute kamen wir zum Goetheplatz, dem Ort der Schlusskundgebung. Anschließend an weitere Redebeiträge wurde die Demo aufgelöst, und die Menge zerstreute sich weitgehend. Während viele Leute noch ein bisschen auf der Straße relaxten, stand massig Staatsschutz außen herum. Schließlich zogen 2 Zivis unvermittelt einen Menschen aus der sitzenden Menge, was zu Tumulten führte. Nun sprang der gesamte Block auf, wurde jedoch vom heranstürmenden und CS-Gas-um-sich-sprühenden USK weggedrängt. Somit hatten die Münchner Bullen doch noch ihre Schikane-Aktion. Wir hingegen beschlossen, dass es wohl besser sei, den Rückzug anzutreten und machten uns zum Hauptbahnhof auf.

Trotz der lautstarken Demo gab es – wie eigentlich immer – wieder ein paar Menschen, die etliche sinnbefreite Parolen riefen. Das eigentliche Ziel einer Demonstration ist doch eigentlich eine Wirkung, die diese bei außenstehenden Personen auslöst. Bei Parolen wie „Kein Gott, Kein Staat, Kein Proletariat“ oder „Für die Freiheit, für das Leben, es muss mehr US-Panzer geben“ und „Hoch die multipolygame Sexualität“ setzt unser Verständnis dann doch aus. In einem Satz die Nichtexistenz einer immer noch existierenden Arbeiterklasse zu leugnen, Militarismus per excellance (könnte falsch geschrieben sein) zu predigen, und zum Thema völlig unpassende Parolen zu grölen, kann wohl nicht wirklich als linksradikal angesehen werden. Falls sich bestimmte Personen wirklich gänzlich abgrenzen und den Rest nur als konterrevolutionäre Masse wahrnehmen wollen, sollen sie doch bitte zuhause bleiben, sich weitere sinnfreie Parolen ausdenken und bitte den noch halbwegs klar denkenden Rest der Menschen in Ruhe lassen.

Trotz der gelegentlichen Ausfälle einzelner Personen war die Demo an sich ein großer Erfolg. Es wurde weit über regionale Grenzen hinweg mobilisiert und die Demonstration war infolgedessen gut besucht – zumindest für bayrische Verhältnisse. Es wurde auch von der linksradikalen Szene ein klares Zeichen gesetzt, dass es auch in erzkonservativen Gebieten noch Widerstand gibt.
Wir hoffen, dass etliche Menschen dadurch wachgerüttelt wurden und sich nun aktiv dem Vorschlag der CSU in den Weg stellen.
Möglicherweise war dies nämlich eines der letzten Male in Bayern, bei der die eigene Meinung halbwegs frei vertreten werden konnte und die Versammlung nicht durch abstruse Verbote unmöglich gemacht wurde.

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Widerstand endlich mal anders

Erst einmal eine kleine Entschuldigung dafür, dass dieser Text erst jetzt hochgestellt wird, wir hatten ein paar personelle Probleme, deshalb hats ein bisschen länger gedauert als sonst.

Am Freitag, den 13.06. war es also mal wieder soweit: Ein mehr oder weniger braunes
Konglomerat aus Autonomen Nationalisten, NPDlern und angeblich „freien“ Kameradschaften versammelte sich in München, um wieder einmal ihrer Lieblingsbeschäftigung nachzugehen: Von einem massiven Bullenaufgebot eskortiert durch München zu ziehen und sich selbst zu feiern.
Aber erst einmal alles von Anfang an: Am besagten Freitag hielt das A.I.D.A. – Archiv
eine Veranstaltung im Autonomen Zentrum Kafe Marat ab. Die Nazis kündigten erstmal eine Kundgebung direkt vor dem Marat an um diese Veranstaltung aktiv zu stören die aber später zu einer Demo umgemeldet wurde. Das löste eine breite antifaschistische Mobilisierung aus.
Im voraus wurden Anwohner über das braune Treiben informiert, Flyer verteilt, Plakate geklebt und antifaschistische Transparente aufgehängt. Auch wurde eine linke Kundgebung vor dem Marat angemeldet.
Lange Zeit vor dem Beginn der Nazidemo wurde die Strecke abgegittert, Autos
aufgeknackt und abgeschleppt. Die Straße wurde durch das Ordnungsamt von Klebern und Parolen gesäubert und mithilfe eines Feuerwehr-Leiterwagens ein Transparent abgehängt um es den Nazis so gemütlich und einfach wie möglich zu machen.
Am Frühabend sammelten sich mehrere hundert AntifaschistInnen vor dem Marat. Nach den Redebeiträgen versuchten einige engagierte Menschen durch die Absperrungen zu brechen.
Die erste Reihe Bepos wurde überrannt, an der zweiten jedoch scheiterte der Mob aufgrund der bayrischen Elite-Schläger. Hierauf kam es zu einigen Rangeleien; Als die Nasen anrückten wurden Flaschen, Eier, Steine, Rauchbomben und pyrotechnische Gegenstände (Bengalen, Böller) geworfen. Die Polizei bekam die Situation nicht unter Kontrolle, Zivilpolizisten verprügelten wahllos Menschen, unter anderem auch ihre Kollegen. Es beruhigte sich erst, als das USK mit gewohnter Brutalität in die Menschenmenge eindrang.
Daraufhin zog sich der Mob zurück und beschränkte sich darauf, Parolen zu rufen. Nach dem Abzug der Nazis wurden einzelne Grüppchen noch „verabschiedet“.
Alles in allem war besagter Freitag ein Erfolg für die linksradikale Szene in München.
Trotz der ca.20 Festnahmen wurde den Nazis der Tag vermiest, die aufgrund des unglaublich militanten Widerstands ihre Kundgebung (eigentlich wie immer) nur unter massivem Bullenschutz durchführen konnten. Ein derart entschlossenes Auftreten gab es in Bayern und vor allem in München seit Jahren nicht mehr, die Polizei war total überfordert und mensch kann von „Glück“ reden, dass es auf Seiten der Rechten keine ernsthaft Verletzten gegeben hat, was an ein Wunder grenzt. Die Münchner Neonazi-szene wird sich in Zukunft warm anziehen müssen, wenn ein derart radikales Auftreten der Autonomen Antifa beibehalten werden sollte.

Runnin\' cops

Ausnahmezustand

weitere Fotos und Berichte zu den Protesten gibt es hier:

Indymedia-artikel
Artikel von luzi-m

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Welcome Back!

Nachdem wir diesen kleinen Artikel das dritte Mal verhauen haben, wollen wir es kurz halten.
Also, nach massiver Repression und Querelen mit anderen Gruppen haben wir wieder Zeit und Elan, euch über die Auxburger Geschehnisse auf dem Laufenden zu halten. Auf in die letzten Sommerwochen und rein in Revolution!
Mit den besten anarchistischen Grüßen,
euer Ak AUA

das folgende Bild soll keinerlei Gelüste nach Nahrung im 4. Aggregatszustand wecken…
Pudding

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Augsburg endlich Nazifrei?

Schon seit einigen Monaten fragen wir uns immer wieder was aus der örtlichen „Naziszene“ geworden ist.
Auf eine Welle von Aufmärschen und Infoständen folgt nun eine Zeit der Ruhe. Keine Demos, die letzten Infostände zur Wahl waren mehr als schlecht besucht und Aufkleber o.ä. sind überhaupt nicht mehr zu sehen.
Nicht einmal in den letzten Tagen als mal wieder Rudolf Heß gedacht wurde, ist die augsburger „Naziszene“ aktiv geworden, was wohl auch mit der Blamage letztes Jahr zu tun hat, als einige besoffene Nasen, vermummt, in einem Auto verhaftet wurden, das mit Transpis und Plakaten beladen war. Die Angst es nochmal zu versuchen war wohl zu groß.
Bekannte augsburger Neonazis wie Florian K. oder Stefan F. sieht mensch allerhöchstens noch betrunken am Kö herumirren. Die einzige „Aktion“ die von Rechten in den letzten Wochen in Augsburg durchgeführt wurde, war das beschmieren eines Gedenksteins (Vertreibung von Sudetendeutschen) mit einem silbernen Hakenkreuz, zu dieser überaus schwachsinnigen Aktion können wir nur gratulieren.
Auch zu Zeiten des Wahlkampfes ist es selten, dass überhaupt ein Wahlplakat der NPD bzw. der Republikaner (DVU klebt wohl überhaupt nicht) gesichtet wird, die Nazis haben wohl endlich eingesehen, dass es wesentlich sinnvoller ist, die Straßen uns zu überlassen und sich selbst viel Stress zu ersparen.
Leider nehmen diese erfreuliche Entwicklung einige „linke“ Gruppen in Auxburg zum Anlass peinliche Spontandemos, mit maximal 10 Personen durchzuführen oder gegen andere Gruppen Propaganda zu machen.
Hoffen wir das Auxburg nazifrei bleibt, und dass diverse Menschen endlich anfangen zu denken.

UNS DIE STRAßEN – EUCH DEN STYLE!

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Massive Plakatierung

Eigentlich hatten wir ja gehofft, dass sich die Rechten demnächst zurückhalten würden. Nun geht jedoch der Wahlkampf in die heiße Phase. Als ob es nicht schon reichen würde, dass die Bürgerparteien ganze Viertel mit ihren Porträtfotos zukleistern, fangen nun auch die rechtsextremen Parteien wie NPD und Rep´s an, für sich Propaganda zu machen. Während die Rep´s ihre Plakate noch in gut erreichbare Höhen hängen, sind NPD-Plakate in 3 Metern Höhe keine Seltenheit.
In den letzten Tagen wurden bereits 3-4 Personen von den Bullen angezeigt, die beim Entfernen der NPD-Propaganda erwischt wurden. Inzwischen wurden des Nachts ganze Straßenzüge gesäubert, jedoch dauert es meist nicht lange, bis die Plakate erneut am Baum hängen.
Besonders schlimm ist es im Univiertel, rund herum um das Curt-Frenzel-Stadion, die Ackermannstraße, die Friedberger Straße, Berliner Allee, Oberhausen Nord, Rosenaustadion, und sicher noch an vielen weiteren Stellen…
falls ihr noch weitere Stellen bemerkt, schreibt uns einfach oder werdet selbst aktiv.

KAMPF DEM FASCHISMUS!

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Nazi-Treffen in Mering

Am Samstag trafen sich in Mering führende NPD-Kader – höchstwahrscheinlich, um über die Stategie für die Landtagswahl zu diskutieren. Anwesend waren aus München die Führer des „Nationales München“ Hasselbach, Nwaiser und Bordin, aus Augsburg Klinger und Friedmann sowie mehrere jüngere Dorfnazis. Den Raum stellte der Meringer Neonazi Wuttke. Bei Sonnenschein und lauter Musik verbrachten sie in Wuttkes Wohnung mehrere Stunden mit palavern. Aufgrund der zahlenmäßigen Unterlegenheit der AntifaschistInnen beschränkte sich mensch darauf zuzusehen und ein paar nette Erinnerungsfotos zu schießen.
Die weitere Vernetzung und Intensivierung der Neonazis in Südbayern kann keinesfalls positiv angesehen werden. Unbemerkt konnten sie das diesmal jedoch nicht tun.

Fascist scum, we‘re watching you!
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

CSU-Kundgebung auf dem Rathausplatz

Heute abend um 18 Uhr fing der konservative Spuk in Augsburg an: Die CSU hielt auf dem Augsburger Rathausplatz eine Kundgebung ab, um ihre WählerInnen für die kommende Wahl am Sonntag zu mobilisieren. Die Kundgebung war mit massivem Aufwand organisiert worden: eine große Filmleinwand wurde neben der Bühne aufgebaut, der halbe Platz wurde mit Tischchen und Schirmchen zugestellt und es wurde zusätzlich noch ein Infostand inszeniert.
Auch das Wetter nahm die Farbe unserer geliebten Partei an – beinahe ständig überschütteten uns die Wolken mit ihrem nassen Inhalt.
Rund herum sorgte die Königsbrunner Bereitschaftsbullen für enormes Sicherheitsgefühl, unterstützt von regulären Streifeneinheiten und dem allseits bekannten USK. Als ob das noch nicht ausreichen würde, um die Durchschnittsbürger zu schützen, liefen zusätzlich CSU-Ordner und filmende Zivibullen umher.
Neben den sicher 150 Anhängern der rechtskonservativen Partei sammelten sich auch ca. 30-50 Protestler und „Chaoten“ ein, die das Politgeschehen freudig erwarteten. Vertreten waren neben Datenschützern auch die SDAJ, Grüne und ein bunter Haufen von jungen Menschen, die getrost in die Rubrik „Chaoten“ eingeordnet werden können.
Als die ersten Redner anfingen, dem warteten Publikum ihren geistigen Müll nahezubringen, fing ein Pfeifkonzert an, das den Rednern schnell die gute Laune verdarb. Neben Parteichef Erwin Huber sprachen noch weitere bekannte Politiker der CSU und deren Schwesterpartei. Viele sprachen – für uns gänzlich unverständlich – vom schlechten Benehmen der Pfeifenden und Chaoten. Abgesehen von einzelnen Rangeleien der GegendemonstrantInnen mit den Ordnern blieb alles friedlich, auch die Polizei hielt sich sichtbar zurück.
Nach Hubers grandiosem Auftritt – wobei er es sich natürlich nicht nehmen lassen konnte, nochmals über die lautstarken DemonstrantInnen herzuziehen – trat der Spitzenkandidat Günther Beckstein auf die Bühne. Dieser hetzte erst einmal über alle Parteien, angefangen von der „kommunistischen Linken“ bis zu den Freien Wählern, die „auf Landesebene nicht die Interessen ihrer Wähler durchsetzen können“. Wir zumindest können Kritik an Parteien nur unterstützen, jedoch blieb er nicht nur dabei: Wieder einmal fiel ein rassistischer Kommentar – nicht verwunderlich bei der CSU (etwas von wegen, dass die FDP eine Politik betreibe, sodass die Autos von Polen gestohlen werden…) Weiterhin sprach er von Patriotismus, der endlich wieder einmal stärker zur Ausprägung kommen müsste. Was natürlich auch nicht fehlen durfte, war Hetze gegen MigrantInnen – alles schön untermalt vom Klatschen der verwirrten Anhänger… was will Beckstein? Ein neues Lichtenhagen?!
Auch Sexismus war mit dabei – „es ist in Bayern bei der SPD schon soweit, dass Frauen kandidieren“…
Auch predigte er von der Förderung von behinderten Menschen, Zitat: „wählen sie die Kandidaten der CSU, denn diese Behindertenarbeit ist wichtig.“ -ohne worte-
Erheiternd war es, dass Beckstein sich nicht mehr an die Namen der Augsburger Direktkandidaten erinnerte und dann etwas Unverständliches in sein Mikro nuschelte.
Nach dem ganzen Gedöns über bayerische Werte wurde am Schluss noch die Bayernhymne und die deutsche Nationalhymne gesungen. Zusätzlich zu dieser Horrorvorstellung gaben sich die „Dorfrocker“ noch ein Stell-dich-ein und sangen etwas von „Stolz auf Bayern“.
Alles in Allem war dieser verregnete Montagabend recht unlustig für die CSU, da sie nicht wie geplant ihr Programm durchziehen konnte, und doch einige Menschen lautstark ihre Meinung äußerten. Mensch konnte mal wieder sehen, von wem wir hier in Bayern regiert werden: von Menschen, die ein widerwärtiges Konglomerat an sexistischem, rassistischem und ultrakonservativem Denken vertreten.
Wir werden demnächst sehen, ob die CSU in dem Ein-Parteien-Staat noch ihre absolute Mehrheit behalten wird.
Allen anderen klar denkenden Menschen wünschen wir noch einen schönen Abend.
Macht euch am nächsten Sonntag einen schönen Tag und meidet die Wahllokale. Denn uns kann es nicht recht sein, dass wir alle 5 Jahre ein paar Personen wählen, die quasi uneingeschränkt über uns herrschen. Lasst uns ein Zeichen setzen, was wir von diesem System halten.
Anarchistische Grüße aus dem Schwabenländle!
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Grusliger Marsch in Augsburg

Eigentlich hatten wir uns erhofft, dass Augsburg an diesem 3. Oktober von allzu großer Deutschtümelei verschont wird. Pustekuchen! Nachdem augsburger und schwäbische Reservisten sowie Mitglieder eines bayerischen Traditionsregiments im Augsburger Dom den Tag der Deutschen Einheit unter christlichem Segen zelebrierten, zogen sie noch in einem Gedenkmarsch durch die Innenstadt. Gedacht wurden hierbei gefallener SS-Soldaten im 2.Weltkrieg und gleichzeitig wurde noch ein 25-jähriges Bestehen der Fallschirmjäger-Kameradschaft Augsburg gefeiert.
Diese Menschen haben angekündigt, auch in den kommenden Jahren zu erscheinen.
Damit wäre dann wohl auch geklärt, was Augsburg das nächste Jahr blüht…
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Neonazi-Umtriebe in Augsburg

Nach der Auflösung der Burgauer und Augsburger Kameradschaft hatte Augsburg die letzten 1, 2 Jahre relative Ruhe vor neonazistischen Aktivitäten in Augsburg – abgesehen von vierteljährlichen Aufmärschen der Nationalen Opposition. Nun hat sich vor kurzem die Gruppe „Nationales-Augsburg“ gegründet, die am 08.10. auch eine Internetpräsenz einrichteten. Mit einem Aufkleber, der in weiten Teilen Augsburgs und Merings verklebt wurde, kündigten sie an, „Antifa-Gruppen [zu] zerschlagen“. Aufgefallen sind sie bisher auf fast jeder extrem-rechten Demonstration in Süddeutschland, von Halsbach bis hin zum 1000-Kreuze-Marsch in München.
Zuletzt organisierten sie eine Wanderung, bei der nach eigenen Angaben 27 Kameraden mitmarschierten.
Sie kündigen auch an, am 15.11. nach München zum „Heldengedenken“ zu fahren.

Quellen aus erster Hand werdet ihr auf deren Internetseite finden (www.nationales-augsburg.de)

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Nationales Augsburg vielleicht doch eher Nationales Landsberg?

Nationale Augsburger stehen zu Landsberger Geschichte!

Seit einiger Zeit häufen sich die Aktivitäten von „nationales Augsburg“ in und um Landsberg, nachdem in Auxburg kein Fuss gefasst werden konnte. Was mit harmlosem Herumirren in den Wäldern begann entwickelt sich nun zu Spontandemos mit „20 Mann“. Als ob das nicht schon genug Satire wäre, planen die Nasen jetzt auch noch eine richtige Demo, vielleicht lassen sich dieses mal auch ein paar Frauen blicken, nachdem zur „Spontandemo“ wohl nur 20 Männer kamen.
So, seit einiger Zeit ruft „Nationales Augsburg“ zu einer Demonstration nach Landsberg am Lech auf. Das erste Mal wollen sie am 29.11. für die Errichtung eines alten Stück Steins auf die Straße gehen. Genauer gesagt, ein Stück Stein für den „nationalen Helden“ Schlageter, der 1923 hingerichtet wurde – von den bösen Franzosen… Gratulation, DAS ist nationaler Widerstand ;)
Tja, und als ob mensch nichts besseres zu tun hätte, als für die Errichtung eines unansehnlichen Stück Bergmaterials zu protestieren, wollen sie solch eine Demonstration jedes Jahr im Mai durchführen, solange bis „Ehre und Bürgerwille wieder hergestellt sind“. Ob es wirklich der Bürgerwille ist, dass wieder ein Gedenkstein für einen früh verstorben wordenen Nazi errichtet wird, sei dahingestellt…
Unter dem Motto „Landsberg steht zu seiner Geschichte“ wollen Neonazis aus dem südbayrischen Raum in genannter Stadt marschieren.
Gerade jetzt, wo alte und neue Nazis wieder ungeniert alten SS-Soldaten und Massenmördern gedenken können und dies mit allen nur erdenklichen Mitteln seitens des Staates ermöglicht wird (München am 15.11.), heißt es sich dem braunen Treiben entgegenzustellen. Es kann nicht angehen, dass 60 Jahre nach Beendigung des faschistischen Treibens wieder gewalttätige Nationalisten durch die Straßen ziehen, um Mörder zu feiern und zu verehren.
Landsberg ist jedoch nur ein Beispiel, wie Nazis die Geschichte verdrehen und versuchen, die alten Verbrecher zu Helden zu deklarieren.
Dem werden wir nicht tatenlos zusehen! Kommt daher am 29.11. nach Landsberg und zeigt den Deppen, was ihr von ihnen haltet!

The Streets are AUA´s!
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Nachbereitung zur Landsberger Demo

Nun, ein paar Tage ists schon her, dass die Bayerische Regierung wieder einmal etwas ganz besonderes aus dem Zauberkästchen holte: Maximal 80 „Nationale Sozialisten“ zogen unter massivstem Polizeischutz 500 Meter durch Landsberg am Lech. Soviel zur Einleitung der ganzen Geschichte.

Der ganze Tag fing damit an, dass das Landsberger „Bündnis gegen Rechtsextremismus“ eine Gegenveranstaltung zum geschichtsrevisionistischem Marsch des „Nationalen Augsburg“ abhielt.
Gegen 12 Uhr startete die bürgerliche Demo zum Marktplatz, der zugleich der Endkundgebungsplatz der Neonazis war.
An diesem Spaziergang beteiligten sich ca. 1000 Menschen.
Bemerkenswert war, dass ganz Landsberg – eine Stadt mit knapp 30.000 Einwohnern – komplett zugestellt war mit Polizeikräften. Die Presse sprach von 700 Einsatzkräften, unter Einbeziehung von unzähligen Zivilcops, herumlungernden Staatsschützern, 2 Wasserwerfern (!) und 2 Helikoptern (!) – es dürften jedoch sicher um die 1000 StaatsdienerInnen gewesen sein.

Somit fiel die Bewegungs- und Agitationsfreiheit der engagierten Menschen doch sehr niedrig aus. Taschen- und Personenkontrollen alle 50 Meter waren hierbei keine Seltenheit. Die Naziroute war bis zu jenem Morgen selbst der Polizei noch nicht bekannt, sodass diese im Voraus mitteilte, dass sie die ganze Stadt abriegeln müsse. Dementsprechend abgesichert war dann auch die Naziroute – komplett abgegittert, konnten sie dann auch mit 60 bis 80 wochenlang mobilisierten Leuten ein paar hundert Meter vom Bahnhof zum Marktplatz laufen. Dort hielten sie wieder das übliche Prozedere ab (denen wird auch nie langweilig…): Reden schwingen, Liedchen trällern, und stramm herumstehen. Dabei filmten sie mit ihren Kameras, als ob es kein Morgen gäbe – jeder Paparazzi wäre gelb geworden vor Neid…

Natürlich konnte es sich die Polizei – und allen voran das scheinbar gelangweilte USK – nicht nehmen lassen, noch mal richtig zuzulangen. Laut Presseangaben gab es 19 linke und 2 rechte Ingewahrsamgenommene Menschen.
Bild

Jedoch sah es auf Seiten der AntifaschistInnen auch nicht gerade rosig aus. Zum einen fanden nicht wirklich Viele in das kleine Städtchen, zum anderen wäre ein bisschen mehr Engagement sicher auch nicht schlecht gewesen. Paradoxerweise waren in der Bürgermenge auch ein paar Patrioten mit Deutschlandfahnen zu sehen („Wir sind die wahren Deutschen“), und einer der Redner des „Bündnis gegen Rechtsextremismus“ klang mit seinem rollenden R und seinem Redestil wie ein Führer aus alten Zeiten.

Im Nachhinein wollen einige Ladenbesitzer Schadensersatzansprüche stellen, da ihre Umsätze am ersten Weihnachtsshoppingwochenende durch den massiven Polizeieinsatz stark litten. Da die nächsten Jahre regelmäßige „Nationale Demonstrationen“ in Landsberg geplant sind, dürfte davon auszugehen sein, dass die Ladenbesitzer wohl auch regelmäßige Umsatzschwierigkeiten an besagtem Tag haben, sollten zukünftige Polizeieinsätze weiterhin dermaßen überzogen sein.
Vielleicht könnte ja ein Kommerz-Fest eine Nazi-Demonstration verdrängen – somit hätten wir endlich den Sieg des Kapitalismus über den „Demokratischen Rechtsstaat“…

Trotz der gewohnten Selbstabfeierei der „Nationalen Sozialisten“ war der nationale Spaziergang doch eher eine Blamage, obwohl der antifaschistische Widerstand auch nicht allzu schlagkräftig war. Vielleicht ist bis zum nächsten Aufmarsch ein überregionales Bündnis zustande gekommen, auf dass es das nächste Mal auch das letzte Mal „Landsberg steht zu seiner Geschichte“ heißt.
In diesem Sinne, Gute Nacht.

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Ausnahmezustand in Griechenland

Am vergangenen Samstag Abend wurde im Athener Viertel Exarchia ein 15-jähriger anarchistischer Jugendlicher von einem Bullen erschossen.
Entgegen der öffentlichen Massenmedien kann es als sicherlich erwiesen angesehen werden, dass der Bulle kaltblütig handelte und den Jugendlichen gezielt in die Brust schoss. „Querschläger“ bei „Warnschüssen in die Luft“ sind doch eher unwahrscheinlich.
Damit ist mal wieder bewiesen, was mensch von den „Freunden und Helfern“ zu halten hat. Dass die Polizei und generell staatliche Institutionen radikalen sozialen Bewegungen abgeneigt sind und diese immer wieder blutig unterdrücken, beweist die Geschichte. Solch komplexe Zusammenhänge sind dem einzelnen Normalobullen in solch einer Situation aber wahrscheinlich eher scheißegal. Es ist im Nachhinein auch völlig irrelevant, ob die „autonome Gruppe“ die Beamten provozierte oder nicht, keine Aktion rechtfertigt eine solche Tat gegenüber Menschen.

Festzuhalten ist, dass in den folgenden Tagen die Bevölkerung, allen voran Schüler und Studenten, ihrer Wut und ihrer Trauer Luft machte. Die seit einigen Tagen andauernden Ausschreitungen basieren jedoch nicht nur auf dem schrecklichen Tod eines jungen Menschen, sondern auf der langjährigen verfehlten Politik der konservativen Regierung. Dieser Mord brachte die ohnehin angespannte Situation zur Eskalation.

Wie oben schon erwähnt, ist die Abneigung der Polizisten gegenüber „Assis“ und „Linken“ vor allem in Griechenland oder z.B. Russland extrem. Folterungen und Todesfälle auf Polizeistellen gibt es wesentlich häufiger, als es uns die Medien weismachen wollen. Am Samstag geschah also mal wieder ein Extremfall, der als Auslöser für Ausschreitungen herhalten musste. Wir verurteilen nicht die Tatsache, dass es nach einem solchen Vorfall massive Unruhen gibt, wir begrüßen dies ja auch.
Jedoch besteht die Gefahr, dass dieser Vorfall hochstilisiert wird und ein Mensch als Märtyrer deklariert wird. Dass wieder erst ein Mensch sterben musste, damit sich die unterdrückten Massen erheben, ist zu verurteilen. Das System an sich sollte der Auslöser für soziale Aufstände sein, nicht ein extremer Einzelfall. Wir wollen den Todesfall nicht relativieren, wir wollen lediglich auf den Kern des Problems aufmerksam machen.

Wir trauern über diesen furchtbaren Vorfall und sprechen allen Menschen unsere Solidarität aus, die auf radikale Weise gegen die kapitalistischen Systeme und ihre Auswüchse kämpfen.

Tragt eure Wut und eure Trauer hier und überall auf die Straße, auf dass diese Missstände ein für alle mal beseitigt werden!
Kommt am 11.12.08 nach München auf die Solikundgebung um 18.15 Uhr an den Richard-Strauß-Brunnen!

Und da bald wieder das „Fest der Liebe“ bevorsteht:
Das konsumorientierte Weihnachten boykottieren und auf die Straße für die Revolution!

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Naziaufmarsch am 28.02. in Auxburg stoppen!

Wie schon vor längerer Zeit angekündigt wurde und seit mehreren Monaten feststand, ist nun mal wieder bittere Wahrheit geworden: am 28.02., den letzten Samstag des schönen, kalten Monats Februar wollen Süddeutsche NeofaschistInnen wieder plündernd und brandschatzend (sich wiederholendes, immer wieder brauchbares Zitat) durch Auxburgs beschauliche Gässchen ziehen. So, was gedenken wir dagegen zu tun? Also, erst mal warm anziehen, denn es is ja immer noch Winter. Dann, in Grüppchen zusammensetzen und mal scharf nachdenken: es wird einerseits wieder ein großes bürgerliches Bündnis geben, das – mitvertreten durch SPD und Grüne – wieder einmal den „Aufstand der Anständigen“ propagiert. Ungeachtet dessen, werden dort die bestehenden Verhältnisse, die dieses faschistoide Denken hervorbringt und bestärkt, in keinster Weise kritisiert oder überhaupt angesprochen. Naja, was kann mensch denn auch von einer Versammlung von Bürgern auch an mäßig kritischem Denken auch erwarten? Dann wäre da noch eine Gegenveranstaltung des linken, linksradikalen Milieus, dessen genauer Zeit- und Ortspunkt noch nicht feststehen.
Es bleibt festzuhalten, dass es in Auxburg dieses Jahr wieder wie jedes Jahr ablaufen wird: Die Stadt wird überfüllt von Staatschützern sein, 50 bis 150 verquer denkende Menschen werden grölend einen kilometerlangen Spaziergang hinlegen und die GegendemonstrantInnen werden sich die Hacken wund laufen, um überhaupt am rennenden Nazimob dranzubleiben. Die Bürger werden wieder mal ein lustiges Festchen am Rathausplatz abhalten und die Nazis mehr oder weniger ignorieren. Da wir uns von dieser Seite keine Hilfe dabei den Naziaufmarsch zu stoppen erhoffen können, müssen wir das mal wieder selbst in die Hand nehmen und versuchen uns durch Horden von Prügelbullen einen Weg zu den Nazis zu suchen, um diesen zu zeigen, dass sie in dieser Welt nicht willkommen sind. Unterstützt uns dabei auf der einen Seite die Nazis zu stoppen und aber auf der anderen Seite auch die bürgerliche Veranstaltung zu boykottieren, da diese immer noch das Wegschauen propagieren und sich weigern aktiv gegen Nazis vorzugehen. Im Gegenteil, eine bürgerliche Linke die Hand in Hand mit FaschistInnen der „grauen Wölfe“ demonstriert, sich im Nahostkonflikt nicht zu schade ist, eine einseitige und durch und durch antisemitische Kritik zu äußern, eine solche „Linke“ ist nicht nur absolut unglaubwürdig sondern zu kritisieren und in keinster Weise zu unterstützen.
Wieder einmal bleibt nur zu sagen:

NAZIS STOPPEN – MIT ALLEN MITTELN!

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Aktuelle Infos

Also, wie vor kurzem bekannt wurde, ist die Nazidemonstration in Augsburg vor kurzem wieder genehmigt worden. Trotz des neuen bayerischen Versammlungsgesetzes ist es den Verantwortlichen in der Politik und Justiz wohl nicht gelungen, ein Demonstrationsverbot für die Rechten zu verhängen, was uns jedoch nicht wirklich wundert. Seit der Einführung des neuen, „revolutionären“ Versammlungsgesetzes ist noch keine rechte Veranstaltung verboten worden; eigentlich erzählten uns ja die Politiker, dass fortan leichter und effektiver gegen rechtsextremistische Veranstaltungen vorgegangen werden könne.
Der Anmelder der Demonstration, Stefan Friedmann – der zum tausendsten Mal öffentlich in Aktion tritt – hat es mit juristischen Mitteln mal wieder geschafft, dass ein paar Dutzend NeufaschistInnen offiziell durch die Auxburger Innenstadt marschieren dürfen.
Die Intention aller klar denkenden Menschen wird wie immer sein, den faschistoiden Marsch zu stoppen und zu behindern, auch auf die Gefahr hin, von der ach so netten und demokratischen bayerischen Polizei beleidigt und verprügelt zu werden.
Die Nazis treffen sich um 12 Uhr am Jakobertor – das ist in der Jakobervorstadt, bitte nehmt euch nen Stadtplan mit – und es wird dezentrale Aktionen geben. An alle Aktiven Gegendemonstranten, die sich nicht der grausigen Bürgerveranstaltung am Rathausplatz beteiligen im Voraus schon mal ein dickes Lob. Wollen wir hoffen, dass wir genug sind, um den Nazis den Weg zu versperren und aufzuzeigen, dass es auch Menschen gibt, die sich für radikale Änderungen in der Gesellschaft einsetzen.
Wir sehen uns am Samstag!

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Neue Satireaktion von nationales Augsburg

Am Samstag wars mal wieder soweit, zum 1000sten Mal haben sich circa 200 Nasen, die eigentlich nur aus anderen Städten kamen, von den Bullen den Weg durch Augsburg kloppen lassen. Die Polizei tat alles um es den Rechten so gemütlich wie möglich und den Linken so unangenehm wie möglich zu machen. Während die Rechten aus ihrer Demonstration heraus Flaschen und Steine auf Gegendemonstranten werfen konnten, ohne groß von den Bullen behelligt zu werden, mussten Linke mehrere Vorkontrollen mit Durchsuchungen hinnehmen, die Bullen taten alles dafür, dass nationale Schwergewichte wie Stefan f. gute Fotos von Antifas schießen konnten und wer nicht mitspielte wurde halt verhaftet.
Leider kann man diesen Tag nur als Erfolg für die Nazis, ob sie jetzt mit schwarzen Fahnen oder grüner Uniform unterwegs waren, werten. Lustigerweise reichte das unseren größenwahnsinnigen Aktivisten von „nationales Augsburg“ noch nicht, wenn mal was gut läuft, muss natürlich schnell was her, damit die Gegenseite, also wir, was zu lachen hat. Und das ist definitiv gut gelungen…
Hier zitieren wir einen offenen Brief von „nationales Augsburg“ an den Oberbürgermeister von Augsburg, den Kurt Gribl:

„Offener Brief: Mißbrauch von Steuergeldern

Sehr geehrter Herr Dr. Gribl,

für die zwei Niederlagen vor den Verwaltungsgerichtsinstanzen, in denen Sie vergeblich versucht haben unsere Gedenkdemonstration zum 65. Jahrestag des alliierten Bombenterrors vom 25. Februar 1944 zu verbieten, Sie sind persönlich verantwortlich.
Ihnen war vorweg bekannt, daß Ihre Rechtsauffassung vor den Gerichten keinen Bestand haben würde. Die Augsburger müssen jetzt wohl noch fünf Jahre mit einem Oberbürgermeister leben, der erkennbare Probleme mit Recht und Gesetz hat.

Sie haben in unnötiger Weise Kosten verursacht die dem Steuerzahler nicht angelastet werden dürfen. Ich fordere Sie hiermit auf, öffentlich zu erklären, die Verfahrenkosten aus eigener Tasche zu bezahlen und dies auch zu tun. Wären wir unterlegen, hätten wir die Kosten auch selbst tragen müssen.

Sollten Sie diese Erklärung nicht abgeben wollen, werden wir Sie des Mißbrauchs von Steuergeldern bezichtigen.

Mit freundlichen Grüßen
Augsburger Bündnis – Nationale Opposition e.V.
i.A.

Roland Wuttke“

Wir gratulieren zu dieser äußerst gelungenen Satireaktion, zeigt sich doch dadurch nur aufs neue, wie weltfremd diese Leute doch sind. Ein hirnloses Geschreibsel voller Rechtschreibfehler das bei genauerer Betrachtung sehr viel Witz bereit hält. „für die zwei Niederlagen vor den Verwaltungsgerichtsinstanzen, […] , Sie sind persönlich verantwortlich“ Nicht genug, dass dieser Satz grammatikalisch komplett falsch ist, er ist auch inhaltlich totaler Blödsinn. Wenn Kurt Gribl für die Niederlagen persönlich verantwortlich ist, möchten wir ihn bitten nächstes Mal im Hintergrund zu bleiben, damit ein Verbot auch gelingt ;)
Desweiteren wird hier der Kurt bezichtigt Steuergelder zu missbrauchen. Dazu können wir nur sagen: Wenn Kurt die Verfahrenskosten bezahlen soll, fordern wir „nationales Augsburg“ hiermit auf, die Kosten für die zahlreichen Polizeieinsätze, die sie verursachen, in Zukunft bitte auch selbst zu tragen. Sollte dies nicht passieren werden wir sie ebenfalls des Missbrauchs von Steuergeldern bezichtigen. Bis das passiert, werden wir wohl noch lange über Roland, Stefan und wie die Deppen alle heißen mögen, lachen und uns amüsieren. Macht bitte so weiter, denn ohne euch wäre es wirklich langweilig.

nazi

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Rafft euch auf!

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Braunau

Am Samstag, den 18. April, fand in Braunau am Inn, dem Geburtsort Hitlers, eine Antifaschistische Demonstration statt. Ursprünglich war an diesem Tag eine Neonazi-Demonstration der österreichischen NVP geplant, diese wurde jedoch im voraus verboten. So versammelten sich ab 12 Uhr AntifaschistInnen am beschaulichen Bahnhof von Braunau. Bis 13 Uhr hatten sich ca. 300 Menschen eingefunden und die Demonstration begann eine halbe Stunde später. Die ohnehin schon viel zu kleine Demo spaltete sich innerhalb nochmal vorne in einen Block der KJÖ (Kommunistische Jugend), wo mehr rote Fahnen wehten, als Menschen vorhanden waren. Dahinter lief der autonome Block, der hauptsächlich aus Eingereisten bestand. Trotz Nationalfahnenverbot wehten mal wieder Israel-Fahnen. Für bayerische Demogänger war die Manifestation fast schon eine Erholung, da lediglich zwei bis vier Staatsschützer Fotos schossen und die österreichischen Polizisten die den Zug begleiteten, ihrem Job nicht mit demselben Elan ihrer deutschen Kollegen nachkamen. Nach Beendigung der Demonstration sickerten einzelne Gruppen in die Innenstadt, um sich auf die Suche nach Neonazis zu machen und wurden in jeder Straße fündig: Einzelne Hooligans, jedoch hauptsächlich pubertierende 15-Jährige mit eindeutigen T-Shirts dachten wohl, sie könnten ihren ganz normalen Alltag ausleben, wurden von AntifaschistInnen jedoch eines Besseren gelehrt. Direkte Konfrontation gab es kaum, da die Staatsschützer doch nicht ganz so langsam wie erhofft waren. Über Umwege gelang mensch dann doch noch zu dem ortsansässigen Thor-Steinar-Laden. Dieser war verbarrikadiert und wurde von wenigen Bullen bewacht. Von außen war dieser Shop nicht als solcher zu erkennen, lediglich ein schwarz-roter Farbfleck wies diesen als das gesuchte Ziel aus.
Alles in allem war die Demo ein Erfolg, da in diesem geschichtsträchtigen Ort ein klares Zeichen gegen den Neonazismus gesetzt werden konnte. Bürger waren auf der Demonstration nicht zu sehen, die Teilnehmer waren allesamt aus dem linksradikalen Spektrum – insofern man die Kommunistische Parteijugend als solche bezeichnen kann. Die Teilnehmerzahl blieb weit hinter den Erwartungen zurück.

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Wir raten zum Reisen

Wie wir alle wissen, ist der 1. Mai der internationale Tag der Arbeiterklasse. Eine weitreichende, ausführliche Erörterung dieses Themenfeldes ist für die LeserInnen unserer schnuckligen Seite wohl nicht nötig. Festzuhalten bleibt, dass es auch in einer Woche wieder, an diesem geschichtsträchtigen 1. Mai wieder zahlreiche Menschenansammlungen geben wird, die auf die herrschenden Missstände auf ihre ganz eigene Weise aufmerksam machen wollen. So sind in vielen größeren Städten die unvermeidbaren Veranstaltungen des DGB angemeldet. Der „Deutsche Gewerkschafts-Bund“ übt jedoch keine echte Kritik an den negativen Umständen, sondern versucht sich auf seine Weise mit dem Kapitalismus zu versöhnen. Forderungen nach mehr Lohn – die natürlich keineswegs zu verurteilen sind – gehen einher mit dem Ruf nach der Regierung, weitere Milliarden in die Banken und Aktiengesellschaften zu investieren, was den Erhalt und die Stärkung Dieser hervorbringen wird. Von DGB und Ähnlichen also können wir uns keine echte Alternative zum kapitalistischen System erwarten.
Dann wäre da noch der 1. Mai in Ulm. Und wer marschiert da? Ach ja, richtig: die nationale Jugend Deutschlands, innig verbunden mit perspektivlosen, sogenannten „Autonomen Nationalisten“, bäuerlichen Naziskinheads und „Freien Kameradschaften“. Unter dem Motto „Aufruhr im Paradies“ (obwohl das architektonisch nicht wirklich ansprechende Ulm in keinster Weise mit einem Paradies zu vergleichen ist) wollen rechte und rechtsextreme Menschen jeglicher Gruppierungen durch die Ulmer City ziehen. Hier findet mensch eine Kapitalismuskritik, die auf konservativ-nationalistischen Ideen beruht. Soziale Änderungen, sofern sie überhaupt durchgesetzt werden, sollen in erster Linie Deutsche betreffen; Angehörige anderer ethnischer und kultureller Gruppen werden diffamiert oder sollen gleich raus aus dem homogenen deutschen Gebilde. Das kapitalistische Wertesystem wird umgemünzt in die „Soziale Gemeinschaft“, die in Wirklichkeit alles andere als sozial ist, sondern alle Merkmale autoritärer bis totalitärer Wirtschaftsmechanismen beinhaltet: Die gesamte Wirtschaft wird der Volksgemeinschaft unterworfen und gleichgeschalten, monopolisiert, für Andersdenkende oder Andersstämmige ist hierin kein Platz. Auch hier kann sich der klardenkende Mensch über keine echte Alternative zum ausbeuterischen System erkennen.
Dann wäre noch die dritte Möglichkeit einer politisch-wirtschaftlich-sozialen Veranstaltung zu nennen: Die revolutionäre 1. Mai-Demo mit anschließendem multikulturellen Straßenfest bietet dem engagierten Menschen eine gelungene Option. Zunächst zieht eine kraftvolle, inhaltsstarke Demonstration durch die Stadt Nürnberg. Der Kapitalismus wird von wirklich revolutionärer und durchdachter Seite kritisiert und was das Beste überhaupt ist: es wird eine perfekte Lösung angeboten – eine freiheitliche Gesellschaft ohne Zwänge und gesetzliche Verbote. Eine Selbstverwaltung der Bevölkerung, eine wirklich basisdemokratische Perspektive, in der kein Platz für Ausbeutung, Benachteiligung oder gar Ungerechtigkeit vorhanden ist. Eine Anarchie im wahrsten Sinne des Wortes – für die herrschende Schicht jedoch nur eine andere Bezeichnung für Chaos und Terror.

Somit wären euch drei Möglichkeiten genannt, am 1. Mai nicht daheim zu sitzen und zu entspannen, sondern auf die Straße zu gehen und klarzumachen, für welches System wir eintreten.
Und übrigens, am Abend des ersten Mai werden sicher noch nationalsozialistisch denkende Idioten in Augsburg anzutreffen sein, die betrunken von ihrer „erfolgreichen“ Demonstration in Ulm in die Heimat fahren…
In diesem Sinne,
einen schwarz-roten Wochenendbeginn.

chaos und terror

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

verkehrte Welt!

Die letzten Wochen in Augsburg waren doch relativ arm an politischen Aktivitäten. Auf jeden Fall erwähnenswert waren die SchülerInnen- und Studentenproteste am 17. Juni. Trotz der Drohungen im Voraus der SchülerInnendemonstration, gingen morgens um 9 Uhr 200 SchülerInnen auf die Straße; die Demo wuchs im Laufe des Zuges auf 500 an, nachdem mehrere Schulen besucht worden waren. Die Studentendemonstration, die erst um 13 Uhr begann, zählte um die 1500 AktivistInnen.
Am nachfolgenden Tag wurde versucht, das Rathaus und den angrenzenden Perlachturm zu besetzen, was jedoch aufgrund der wenigen TeilnehmerInnen und des massiven, schnell eintreffenden Polizeieinsatzes nicht in dem Maße funktionierte, wie sich das mensch erträumte. Für die knapp 30 Protestierenden, die Transparente aus den Fenstern hängten, marschierten mindestens ebensoviele, hochmotivierte Einsatzkräfte auf. Im Nachhinein wurde bekannt, dass etliche Personen wegen „Hausfriedensbruch“ angezeigt wurden.
Später wurden die Proteste von vielen Seiten diffamiert und als unrelevant hingestellt. Allen voran bezeichnete der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Schwaben, der nette Herr Lepperdinger, die Protestierenden als „Müde Truppe“. Auch gab es wohl etliche Verweise der Schulen, wobei unterschiedlich hart durchgegriffen wurde: So wurde es am Maria-Ward-Gymnasium den Schülerinnen erlaubt, zu protestieren, ohne mit Konsequenzen rechnen zu müssen. Hingegen am Holbein-Gymnasium, wo verehrter Lepperdinger zu allem Überfluss auch noch Direktor ist, gab es strikte Kontrollen und Maßnahmen gegen die Streikenden.
Festzuhalten ist, dass in den bürgerlichen Medien die Proteste von 200.000 Schülerinnen und Schülern zwar angesprochen wurden, jedoch blieb die anschließende eingehende Beschäftigung mit den Problemen großteils aus. Praktischerweise kam inzwischen die „Revolution“ im Iran und die viel interessanteren Proteste der Milchbauern unter dem merkwürdigen Kürzel „BDM“. Wenn 30 Traktoren im Konvoi eine Straße entlang fahren, ist dies natürlich eine Schlagzeile wert, massive Bildungsproteste bleiben weitgehend eine Randnotiz oder zumindest werden keine Konsequenzen von seiten der Politiker gezogen. Soviel zum deutschen Bildungssystem…
Die Autoren möchten anmerken, dass diese Kritik natürlich nur verkürzt und unzureichend ist, dies soll jedoch lediglich zum Denken anregen.
Abgesehen davon steht der Sommer in der Tür und die Bundestagswahl und der Bau der Straßenbahn nach Hochzoll/Friedberg und die Zusammenlegung mehrerer Augsburger Polizeireviere und ….

in diesem Sinne,
wohl bekomm´s

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

„Kollektive Gewaltanwendung muss möglich sein“

Endlich ist es soweit: Die Bundesregierung hat 4 Berufsmördern in Uniform der Bundeswehr das „Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit“ überreicht. Als ob diese öffentliche Ehrung für staatlich legitimierte Gewaltanwender noch nicht ausreichen würde, fordert Oberstleutnant von Rosen noch mehr: Er will ein robustes Mandat in Afghanistan. Oben genannte Überschrift ist der Slogan dieses Soldaten. Was genau der werte Herr damit eigentlich sagen will, bleibt dem unbedarften Leser im Tagesschau-Interview jedoch unklar.
Dagegen verständlich ist, dass dem Militär wieder einmal noch weitreichendere Befugnisse eingeräumt werden. Wir glauben, dass diesen „Weltbürgern für den Frieden“ ohnehin schon zu große Freiheiten in ihrem „Friedenseinsatz“ gelassen werden. Vor nicht allzu langer Zeit wurden unbewaffnete ZivilistInnen, darunter auch Kinder, von Bundeswehrsoldaten erschossen – waren sicher alle Terroristen! Resonanz in Deutschland? – Fehlanzeige.
Aber zurück zum aktuellen Anlass: Verehrter von Rosen stellt weiter die verrückte These auf, „der Soldat“ sei für den Frieden da.
Ja, das wissen wir ja, dass „der Soldat“ seit Beginn der Menschheit nur die Aufgabe hatte, das hohe Gut der friedlichen Zivilisation in alle Erdteile zu bringen: Die Ägypter, die Perser, die Makedonen, die Römer, König Wilhelm II und viele andere schillernde Persönlichkeiten und Völker.
Der deutsche Soldat hat die Pflicht, die Sicherheit Deutschlands – seines herausragenden Vaterlandes – am Hindukusch zu verteidigen. Dazu fordert ein Schreibtischsitzer im Dienste der Bundeswehr größere Rechte für die Killertruppe, mehr gesellschaftliche Akzeptanz und mehr politisches Engagement.
„Kollektive Gewaltanwendung“ wurde dieses Wochenende übrigens auch wieder im Inneren eingesetzt, jedoch mehr von polizeilicher als von militärischer Seite: Das Hamburger Schanzenfest wurde planmäßig von mehreren Hundertschaften Polizei eingekesselt, es entwickelten sich die üblichen Straßenkämpfe, die die üblichen Bilder für die Massenmedien lieferten.
Auch in Bayern tobte sich die Exekutive mal wieder richtig aus: in Nürnberg, genauer gesagt auf dem Gostenhofer Straßenfest kam es zu wüsten Prügelorgien seitens des allseits beliebten USK. Dabei sollen mehrere Feiernde und – ach du Schreck – auch vier Polizisten (sind bestimmt über niedergeknüppelte Menschen gefallen) verletzt worden.
Wie wir mal wieder elegant aufgezeigt bekommen haben, ist „kollektive Gewaltanwendung“ ein bewährtes Mittel, um dieses System weiter am laufen zu halten – sowohl nach außen als auch nach innen. Vielen Dank an den Herren „von Rosen“, der uns niederen Geschöpfen seine überragende Intelligenz bewiesen hat.

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Die Hilfssheriffs

hilfssheriff

Bald wird es endlich soweit sein: Am 05. August beginnt für 8 Menschen in Augsburg ein neuer, spannender Lebensabschnitt. Nein, keine zugezogenen Studenten oder Neugeborene, es geht um die Maxstraßen-Patrouille. Ja, richtig gehört, eine zusätzliche Streife zur Hilfe der „enorm unterbesetzten“ Polizei. Diese neuen Ordnungskräfte sollen entlang der Augsburger Partymeile für Ruhe und Ordnung sorgen. Für diese extrem gefährliche und äußerst riskante Arbeitsstelle sind diese 6 Herren und 2 Damen mit Pfefferspray und stichfesten Westen ausgerüstet. Sie sollen in erster Linie „helfen“, die ausufernde Feierlaune der Bar- und Diskogäste im Rahmen zu halten und im Notfall zu Bußgeldern zu greifen, um die Feiernden wieder zur Vernunft zu bringen. So wird gegen Wildpinkler und Müllsünder durchgegriffen (35 bzw. 20 Euro). Passenderweise werden die neuen Held_innen zurzeit noch bei der Polizei ausgebildet.
Somit wird Ordnungsreferent Böhms (CSU, ehemaliger Polizei-Chef) größter Traum Wirklichkeit: Neben seiner uniformierten Schutzmacht und dem bewährten Ordnungsdienst kann er nun endlich auf eine etwas zivilere und somit bürgernähere Truppe zurückgreifen.
Zwar wird immer betont, dass Ordnungsdienst und Polizei gänzlich verschiedene Aufgabenfelder und Rechte hätten. Wer jedoch mal die netten Herren und Frauen des städtischen Dienstes in Aktion erlebt hat, wird wenig Unterschiede zwischen ihnen feststellen. So benehmen sich die Hilfspolizisten gern mal aggressiv und unfreundlich, weshalb es schon desöfteren Kritik an den zivilen Ordnungshütern hagelte.
Wir sehen den weiteren Ausbau des „Ordnungs- und Sicherheitssektors“ mit zunehmender Besorgnis, denn die Grenzen zwischen dem, was besagter Ordnungsdienst gesetzlich darf und was nicht, immer mehr verschwimmen. Weitere Stellen, die für „Sicherheit“ und „Ordnung“ in unserem Städtchen sorgen, sind schlicht überflüssig. Wieder einmal hat die CSU-geführte Stadtregierung bewiesen, dass sie das „Maxstraßenproblem“ auf bewährte Manier bewältigt: Mit mehr Sicherheitspersonal.
Doch nicht nur in der Maxstraße sollen die neuen Sheriffs zum Einsatz kommen, sondern auch am Oberhauser Bahnhof.
Wir freuen uns auf euch!

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

-Titel bitte hier einfügen…-

Wie aufmerksame Menschen in Augsburg sicherlich schon bemerkt haben könnten, sind Innenstadt und einige Stadtteile inzwischen übervoll mit Aufklebern und gekrakelten Nachrichten auf Böden und Wänden. Die Rede ist jedoch nicht von rechter oder linker Propaganda, es geht um die „Verschwörung 9/11″ (sprich des „nainilewen“ für unsre bairischn Lesa). So abstrus diese Verschwörungen um dieses Ereignis auch sein mögen, nichts hält diese Fanatiker davon ab, unser Städtchen mit ihren Verschwörungstheorien zuzupflastern. Auf dem Aufkleber, der am meisten verklebt wurde, prangt ein Obama-Portrait im Stile des „Jokers“ aus dem „Batman“-Film. Dieser Sticker teilt uns mit, dass die Terroranschläge vom 11. September ein „inside job“ gewesen sein sollen, also von der US-Regierung verordnet gewesen sein sollen. Wer sich also von diesen wirren Fantasien überzeugen lassen will, sollte sich unbedingt einschlägige Internetseiten zu Gemüte ziehen.
Abgesehen von diesen Äußerungen gibt es hier natürlich auch noch andere leere und realitätsferne Phrasen, wir haben schließlich demnächst Bundestagswahl. Jede Partei will Arbeitsplätze schaffen, die einen 1 Million, die anderen gleich 4 Millionen. Lasst uns doch am Besten gleich wieder Autobahnen bauen, das bringt die Vollbeschäftigung…
Eine der besten Parolen, die unsere Straßen zur Zeit schmücken, ist „Unser Land kann mehr“.
spd-kram
Bei Bedarf gleich ein passendes T-Shirt bestellen.
Dann lasset uns die Hoffnungen nicht gänzlich aufgeben, dass Auxburg doch auch noch schöne Propaganda, Ideen und utopische Vorstellungen haben kann! Wir hoffen auf baldige Besserung, die wird ja schließlich auch kommen, mit unserer neuen, geliebten Regierung…
Daher: Von der Revolte, zur Revolution, bis zur Anarchie!

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Wir lieben Selbstironie

Nachdem wir eine lange künstlerische Pause eingelegt haben, werden wir euch nun wieder mit mehr oder weniger politischen Themen bespaßen. Dieses Wochenende war wie üblich Volkstrauertag, sowohl in der Augsburger Innenstadt an der Blauen Kappe, in Augsburg-Lechhausen am Schlössle, in Schwabstadl bei Landsberg am Lech, und natürlich auch an geringfügig bekannteren Orten wie München und Wunsiedel. Wohl so manche AntifaschistInnen sind am Samstag in die beiden letztgenannten Orte gepilgert, um den Nazis den Tag zu vermiesen. Dies soll wohl teilweise dann auch geklappt haben, letztendlich konnten die Rechten doch noch marschieren.
Wie üblich an den darauf folgenden Tagen schaut mensch in diverse Zeitungen, was die Mainstream-Presse schreibt. So stolperten wir online auch über ältere Artikel zu ähnlichen Themen. Wir nehmen als bestes Beispiel für gut recherchierte und aufbereitete Informationen für die gebildete Bürgerschicht natürlich nur eine Zeitung: Die BILD.
Zunächst möchten wir hiermit auf den Artikel hinweisen =>BILD
Vorab, wir finden es dem Niveau unserer Seite durchaus angemessen, BILD-Artikel zu verreißen, da auch wir schließlich nur eine populistische Internetseite betreiben.
Lasset uns beginnen:
Allein schon die Überschrift des seriös aufgemachten Artikels lässt uns Böses ahnen; Wurden wieder arme Politiker entführt oder gar erschossen? Lauert hinter jedem Busch wieder ein Linksextremist?
Nun ja, weiter im Text. Die linksextreme Szene in Deutschland wird immer aggressiver und militanter, in Berlin sollen jede Nacht Autos und gar Häuser brennen. Quer durch den gesamten Artikel ist lediglich von den Ausschreitungen in Berlin und einmal in Hamburg zu lesen, der arme Süden wird gänzlich ausgespart, obwohl ja schließlich auch wir zur Gesamt-BRD gehören und eigentlich auch immer militanter werden müssten… Ganz ehrlich, davon merken wir in Bayern und speziell in Augsburg nix.
Auch sollen wir sogar vor Mord nicht mehr zurückschrecken. Wie wird dies nachgewiesen?
Wir linken Terroristen sind anscheinend noch raffinierter als die damalige RAF, da wir „modernste Technik, Handys Laptops und das Internet“ nutzen. Ja holla die Waldfee, auch wir sind schon im 21. Jahrhundert angekommen. Natürlich muss bei der BILD-Hetze noch ein Vergleich mit den aktuellen Terroristen, den Islamisten, herhalten. Die linken Terroristen sind ja schließlich in der gleichen Weise organisiert, in kleinen Zellen, die der total überforderten Polizei schwer zu schaffen machen. Die einzige Ähnlichkeit die wir mit diesen religiösen FundamentalistInnen feststellen können, ist die Tatsache, dass es in Schland in den letzten Jahrzehnten weder von linker noch von islamistischer Seite auch nur einen einzigen Anschlag gab, den mensch als Terrorismus einzustufen bereit wäre.
Dem Polizeigewerkschaftschef Wendt wird anschließend der Sprecher des Innenministeriums gegenübergestellt, der in 2 Sätzen die eigentliche Aussage des BILD-Artikels gänzlich widerlegt. Nichtsdestotrotz wird weiter gegen den „vernachlässigten linken Terrorismus“ gewettert. Dieser kann nämlich nur eingedämmt werden, wenn verdeckte Ermittler zum Einsatz kommern, denn nur diese können die linken Terrorzellen zu Fall bringen. Wie Herr Wendt so tickt, kann mensch auch recht schön in einem Interview des Spiegels mit dem Bauern nachlesen.
Hier wird z.B. gefragt welche Ideologie Wendt hinter diversen Brandanschlägen und ähnlichen Aktionen vermutet. Die Antwort „Es ist eine Diktatur des Neides und der Versager.“ zeigt ja schon, dass wir es hier mindestens mit einem CDUnahen wenn nicht noch rechterem Persönchen zu tun haben. Logisch dass gerade so einer von der BILD zitiert wird.
Desweiteren wird darauf aufmerksam gemacht, dass bundesweit Polizeistellen abgebaut werden; Zumindest in Augsburg soll die Kaserne der Bereitschaftspolizei ausgebaut werden, um zusätzliche 200 Anwärter aufzunehmen. Ergo können wir eine verminderte Polizeistärke und infolgedessen eine geringere Präsenz auf den Straßen nicht nachvollziehen.
Was am Schluss eines jeden reißerischen Artikels gebraucht wird, ist der Schrei nach härteren Strafen.
Bei Widerstand gegen Polizeibeamte müsse die Strafandrohung von derzeit 2 auf 5 Jahre angehoben werden – was „Widerstand gegen die Staatsmacht“ dann schlussendlich ist, entscheidet der betroffene Polizist bzw. dessen/deren KollegInnen. Der liebe Herr Wendt sieht hierbei Parallelen zur Fischwilderei; Es ist jedoch nicht rechtens, Fischwilderei – also dem Abschlachten von Lebewesen, die nicht einmal die Möglichkeit haben, sich zu wehren – auf eine Stufe mit Widerstand gegen einen „Bullen“, ein „Schwein“ (um es in den Worten der RAF zu sagen), zu stellen.
Auch wir fordern am Ende unseres Artikels höhere Strafen – Fischwilderei muss einfach härter bestraft werden! Denn hierbei handelt es sich um vielfachen Mord aus niederen Beweggründen.
Goldfisch
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Alle Jahre wieder…

…kommt das Nazipack in unsere Stadt. Und alle Jahre wieder gehen wir auf die Straße um ihnen das Leben so unangenehm wie nur irgendwie möglich zu machen. Da mensch die augsburger Nazis zur Zeit nur recht selten zu Gesicht bekommt, sollten wir alle die Gelegenheit nutzen unseren Kameraden mal wieder zu zeigen wo der Hammer hängt. Anlass ist der gleiche wie jedes Jahr, die Bombardierung Augsburgs im Februar 1944. Wir könnten jetzt den gleichen Text nochmal schreiben, der jedes Jahr an dieser stelle steht, aber wir sind der Meinung, dass langsam alle wissen müssten worum es geht. Wenn doch noch das Bedürfnis nach mehr Information besteht, schreibt uns einfach an. Weitere Infos über Treffpunkte und Uhrzeiten folgen noch.
Damit ist alles gesagt, wir freuen uns darauf euch am 27. Februar in Augsburg bei den Gegenaktivitäten, welcher Art auch immer, zu sehen, wer nicht kommt ist selber schuld

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Glückwunsch Roland

Ein paar erinnern sich ja noch an den Antifa-Actionday in München: Am Ende der Demo begegneten einige Antifas dem lokalen Nazikader Roland Wuttke, der planlos mit seinem Auto in der Häberlstrasse herumkurvte. Auto wie Nazi wurden leicht lädiert, was einen lustigen Domino-Effekt auslöste: Der Fahrer des Fascholautis wollte ohne richtigen Polizeischutz nicht zum Auftaktort weiterfahren, weshalb sich der Lauti um Stunden verspätete. Das verschob den Start der Demo so weit nach hinten, dass sie ihre komplette Route in der angemeldeten Zeit nicht laufen konnten, und abbrechen mussten. Immerhin: Ihre Vitamine konnten sich die Faschos unterwegs noch abholen. Wir merken uns: Als erkennbarer Nazi in der Nähe von Antifas parken wollen führt zu Lack- und Personenschäden.

Was hat das mit Dresden zu tun? Wuttke hat sich nichts gemerkt:

Bildquelle: Recherche Nord. Ein Bild weiter sind Flyer zu erkennen die im Auto waren, und an denen die Faschokarre vermutlich als solche erkannt wurde

Wuttke hat, wie er auf Altermedia schrieb, Dresdens Polizeichef angezeigt. Der hat den Aufruf zur Menschenkette unterstützt, und soll damit zu den Krawallen beigetragen haben. Der notorische Falschparker Wuttke zeigt sich so einmal mehr als beleidigte Leberwurst. Aus dem Text der Anzeige:

„So wurde mein Fahrzeug Kennzeichen AIC-YA492, abgestellt in der Friedenstraße etwa 50 m von Polizeieinsatzfahrzeugen (Kennzeichen u.a. LSA-48921 und MD-30017) entfernt, „entglast“ und umgeworfen. Anwohner berichteten, daß die Polizeikräfte keine Anstalten machten, dagegen einzuschreiten.“

Wuttke wäre nicht Wuttke, würde er nicht überall eine Verschwörung gegen sich wittern. Er wäre aber auch nicht er selbst, wenn er einen Brief an die Staatsanwaltschaft ohne Putschdrohung schreiben würde:

„Der Strafantrag wir öffentlich gemacht. Er wird weiter betrieben, auch wenn die Staatsanwaltschaft die Aufnahme von Ermittlungen verweigern sollte. Dies hat zur Folge, daß das Strafverfahren gegen den Beschuldigten, ggf. nach Wiederherstellung rechtsstaatlicher Bedingungen, fortgesetzt wird.“

Getroffene Hunde bellen und sorgen so für Unterhaltungswert. Und eine reelle Drohkulisse gegen Faschos schwächt deren Mobilisierungsfähigkeit – ein ganz pragmatischer Grund für Antifaschist_innen, auch in Zukunft beim Einparken zu helfen.

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Gedanken zum letzten Naziaufmarsch in Augsburg

Am 27. Februar marschierten Nazis anlässlich ihres 5. „Trauermarschs“ durch die Augsburger Innenstadt. Ihr Demonstrationszug verspätete sich ca. zweieinhalb Stunden, sodass der Marsch der Nazis erst um 14:30 Uhr statt wie geplant bereits um 12 Uhr startete. Ihr Weg führte vom Jakobertor zum Karlsberg, anschließend zum Stadttheater und zum Prinzregentenplatz, wo sie jeweils eine Kundgebung durchführten. Zwischen 16:30 und 17 Uhr fand sich der Demonstrationszug am Hauptbahnhof ein, wo die Nazis schließlich nach Hause fuhren.
Allgemein hielten sich Gegenaktivitäten in einem sehr begrenzten Rahmen. Aufgrund der fehlenden Mobilisierung außerhalb Augsburgs fanden sich sehr wenige bis schlicht gar keine organisierten auswärtigen Antifas in Schwabens Hauptstadt ein. Die Zahl der Nazis, die hauptsächlich aus dem Münchner und Ulmer Raum kamen, belief sich auf ca. 100-130. Demgegenüber standen maximal 200 Antifas (davon maximal 50 Organisierte) und eine größere Masse an sogenannten „Bürgern“. Begleitet wurde der alljährliche Marsch von einem standardmäßig immensen Polizeiaufgebot. Offiziell hieß es, dass 6 Hundertschaften aus ganz Bayern zusammengezogen wurden. Dazu kam noch mindestens eine auswärtige BFE-Einheit aus Baden-Württemberg und ein Hubschrauber, der zeitweise die Innenstadt überflog. Anders als bei vorhergegangenen Nazidemonstrationen wurde diesmal die gesamte Strecke abgegittert. Bereits um 9 Uhr war freie Bewegung in der Jakobervorstadt praktisch nicht mehr möglich, Passanten wurden nach ihrem Personalausweis gefragt, wenn sie an Polizeiabsperrungen vorbei wollten. Alles in allem also typisch bayerische Verhältnisse.
Bürgerliche Kundgebungen waren fast in der gesamten Innenstadt zu finden (fernab der Naziroute, um die Nazis auch ja nicht zu sehr zu stören). Die Größte fand auf dem Rathausplatz statt, wo diverse Bands spielten, Familien Bratwurst essen konnten und Parteien Infostände abhielten. Am Elias-Holl-Platz gab es eine Kundgebung von organisierten Migranten, an der Blauen Kappe eine Gedenkveranstaltung.
Die Neonazis konnten ohne jegliche Blockade ihren Marsch durchziehen, lediglich bei Kundgebungen konnte eine größere Menge von Gegendemonstranten ihren Unmut direkt an die Faschisten richten. Der Aufzug der Faschisten war ein Trauermarsch, deshalb wurden keine rechten Parolen gerufen.
Militantere Aktionen gab es aufgrund der wenigen entschlossenen Menschen nicht. Gerüchten zufolge sollen am Bahnhof ein paar Nazis angegriffen worden sein und in der Jakobervorstadt soll angeblich etwas gebrannt haben. Aktionen, die im Ansatz wohl als positiv erscheinen, den Naziaufmarsch haben sie leider nicht verhindert.
Weiter anzumerken ist, dass die EA-Nummer, die beim sporadischen Treffpunkt am Bahnhof ausgegeben wurde, schlicht nicht funktionierte, was bei rund 25 festgesetzten linken Demonstranten ein enormes Problem darstellte. Offiziell sprach die Polizei von 16 linken und 2 rechten gefangengenommenen Demonstranten.
Die nicht vorhandene Organisation von Gegenaktivitäten im voraus rächte sich insofern, als dass der Nazizug problemlos durch die Innenstadt ziehen konnte.
Im Gesamten war der Tag ein Reinfall für beide Seiten: Die Demonstration der Nazis war nicht so groß wie befürchtet, höchstens 130 Rechte waren im Gegensatz zum vorherigen Jahr, als mindestens 250 Nazis durch Augsburg zogen, mengenmäßig gesehen doch recht wenig.
Die relativ geringe Anzahl der Neonazis können wir jedoch keinesfalls als Erfolg werten, zum einen waren organisierte Gegenaktivitäten äußerst marginal, Antifas irrten recht ziel- und planlos durch die Innenstadt und letztlich wurde der Zug der Nazis nicht nennenswert gestört.
Die einzige Seite, die ihren Spaß an den politischen Aktivitäten hatte, war an diesem Tag wohl die Polizei; Vor allem am Abschluss der Demonstration am Hbf kam es zu regelrechten Jagdszenen unserer geliebten Unterstützungseinheit (USK) auf einzelne Demonstranten. Hunde kamen dann wohl auch zum Einsatz, uns ist aber nichts von etwaigen Verletzten zu Ohren gekommen. Bereits vor dem Ende des Nazitrauermarschs, wurde der Bahnhof von der Polizei abgesperrt. Im Nachhinein soll noch ein Naziauto aus Unterfranken angegriffen worden sein, was das USK als Vorwand nahm, nochmals rund 15 Antifas, die sich in der Nähe befanden, wegzuknasten.
Es bleibt festzuhalten, dass sich bis zum nächsten Naziaufmarsch in Augsburg einiges ändern muss, wenn ein Naziaufzug zumindest wieder einmal effektiv gestört werden soll. Ein Polizeiaufgebot, was höchstwahrscheinlich von der Menge her größer als Nazis und Gegendemonstranten war, ist zwar ein extremes Hindernis, einen Aufmarsch zu behindern, jedoch kann dies allein nicht als alleiniger Grund für die unorganisierten – und damit erfolglosen – Gegenaktivitäten gelten.
An dieser Stelle möchten wir anmerken, dass die Gründe für das „Versagen der Augsburger Antifa“ – wie es sinngemäß auf indymedia steht – jedoch nicht allein bei uns zu suchen sind: Uns ist klar, dass Mobilisierung und Organisation marginal bis gar nicht vorhanden waren und dies ist ein negativer Aspekt, der eindeutig Augsburger Gruppierungen zuzuschreiben ist. Dem sei anzumerken, dass es in den vorhergegangenen Jahren zum Teil immense Anstrengungen gegeben hat, diesen alljährlich wiederkehrenden braunen Marsch zu stoppen, diese aber nicht von Erfolg gekrönt waren. Trotz überregionaler Mobilisierung konnten sich organisierte Menschen aus anderen Städten nicht aufraffen, die Augsburger GenossInnen zu unterstützen. Alles, was wir hier in Augsburg von anderen Städten erwarten können, scheint destruktive Kritik über ein drittes Medium – nämlich Indymedia – zu sein. Wir können verstehen, dass es diesmal für Auswärtige furchtbar war, in Augsburg zu verweilen, da nicht einmal die Minimal-Struktur (EA) funktionierte. Jedoch waren bei den vergangenen Naziaufmärschen auch unwesentlich mehr Antifas aus anderen Regionen vor Ort.
Es bleibt für uns festzuhalten, dass dieser Tag nicht sonderlich erfolgreich war, weder für rechte noch für linke Demonstranten, wir hoffen aber, dass das nächste Mal wieder einigermaßen erfolgreicher für die „linke Szene“ wird. Dafür müssen wir aber alle unseren Arsch hoch kriegen, nach Augsburg zu kommen und „Action und Riot“ zu konsumieren läuft nun mal nicht. Mit ein Paar wirklich Organisierten mehr, wäre sowohl dieses Jahr, als auch die Jahre davor deutlich mehr gegangen. Aber vielleicht rüttelt dieser Total-flop unsere lieben Großstadtantifas und auch alle anderen von außerhalb mal wach, damit diese auch mal mehr von Augsburg sehen, als den Bahnhof beim durchfahren.
In diesem Sinne:
Solidarität muss praktisch werden, also auf nach Augsburg!

Ps: Glückwunsch an die Nazis Johannes Roßmann und Felix Muck die wegen Vermummung verhaftet wurden, gut gemacht ;)

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

AN-Mering von staatlicher Seite terrorisiert

Am Morgen des 30. März 2010 wurden zeitgleich in Mering, Gauting und Regensburg Nazi-Wohnungen von der Polizei durchsucht. Während es in Mering 5 Wohnobjekte waren, wurden in Gauting und Regensburg jeweils eine Wohnung ausgenommen. Diese Polizeiaktion wurde unter der Begründung des Verdachts der Volksverhetzung und der Sachbeschädigung durchgeführt. Die sieben ausnahmslos männlichen Neonazis im Alter von 17-22 waren polizeilich und auf Seite der Antifa einschlägig bekannt; Die Staatsanwaltschaft warf den Mitgliedern der „Autonomen Nationalisten Mering“ folgendes vor: „Die Mitglieder dieser Gruppe stehen im dringenden Verdacht, sich zur Begehung von Straftaten und Anfeindungen von Ausländern und politischer Gegner formiert zu haben.“ Bei der Durchsuchung förderten die Beamten ein Butterfly-Messer, Spraydosen, Sticker, Computer und eine Bong (endlich gelöst, das Rätsel um die Augenringe des Thomas H.) zu Tage.
Diese Polizeiaktion zog weite Kreise in den bayerischen Zeitungen, eine Solidarisierung von Nazi-Seite gab es nicht.
Hier verweisen wir auf den gut recherchierten Artikel von A.I.D.A.
Wir gratulieren den „autonomen“ Nazis zu diesem wahrhaft gelungenen Vorfall und freuen uns für sie.

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Streik in bayerischen Flüchtlingslagern

Seit Januar 2010 protestieren Flüchtlinge in bayerischen Flüchtlingslagern gegen die herrschenden prekären Bedingungen. Am 26. Januar traten einige Flüchtlinge in 2 Lagern in Niederbayern in den Hungerstreik, welcher nach fast 3 Wochen beendet wurde, jedoch begannen Dutzende Flüchtlinge die Annahme der staatlichen Essenspakete zu verweigern. Der Streik weitete sich auf Hauzenberg, Breitenberg, Bogen, Regensburg, Aholfing und Passau aus. Seit Mitte März erreichte der Boykott auch Augsburg, wo 126 Asylbewerber streikten.
Zu ihren zentralen Forderungen zählen:
-Bargeld statt Essenspakete
-das Recht zu arbeiten
-Bewegungsfreiheit statt Landkreisbeschränkung durch Residenzpflicht
-Abschaffung der Zwangsunterbringung in Lagern
-Respekt der Verantwortlichen in Ausländerbehörden, Landratsämtern und dem Innenministerium gegenüber Flüchtlingen

Wir unterstützen die Forderungen der Flüchtlinge und hoffen, dass zumindest einige ihrer Ziele erreicht werden können.

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Am kommenden Samstag, den 24. April wird in Augsburg eine Demonstration unter dem Motto „Movement for equal and human rights – abolishment of the lager!“ stattfinden. Wie dem Titel zu entnehmen ist, handelt es sich bei dieser Aktion um öffentlichkeitswirksame Unterstützung der Flüchtlinge und Asylbewerber. Wir berichteten in einem unserer älteren Artikel über die Zustände in bayerischen Flüchtlingslagern und die Forderungen der Flüchtlinge. Nun werden wir am Wochenende auf die Straße gehen, um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen und ein sichtbares Zeichen des Widerstands gegen die bayerische Flüchtlingspolitik zu zeigen. Die konkreten Forderungen der Flüchtlinge sind:

- Bargeld statt Essenspakete
- Das Recht der Bewegungsfreiheit auch außerhalb des Landkreises, dem sie zugewiesen wurden (dies ist inzwischen von der bayerischen Regierung insofern gelockert worden, dass sich Flüchtlinge nun im jeweiligen Regierungsbezirk bewegen dürfen)
- Das Recht auf freie Wahl der Unterbringung
- Das Recht sich unabhängig von restriktiv vergebenen Arbeitserlaubnissen Arbeit suchen zu dürfen
- Einen respektvollen Umgang der deutschen Behörden mit den hier lebenden MigrantInnen

Aus diesen Gründen werden die Augsburger Stadträte durch unsere Demo noch einmal nachdrücklich aufgefordert, in einer parteiübergreifenden Resolution von der Regierung die Schließung der menschenunwürdigen Lager in Augsburg zu verlangen und entschieden eine private Wohnungsnahme aller Flüchtlinge zu unterstützen. Wir werden nochmals auf die prekäre Situation der Flüchtlinge – speziell in Augsburg und generell in Bayern – aufmerksam machen: Sowohl die rechtliche Lage, die darauf ausgelegt ist, den Einwanderern das Leben so schwer wie möglich zu machen, um sie zur „freiwilligen“ Ausreise zu bewegen, als auch die damit verbundene Unterbringung in Lagern, die desaströs ist, ist öffentlich zu kritisieren.

Dies soll nur einen kleinen eigenen Aufruf von unserer Seite darstellen, die ausführlicheren Erklärungen findet ihr auf der Seite des friedlichen und solidarischen Augsburg

Wir wollen mit unserem Protest die Situation der Flüchtlinge verbessern und hoffen natürlich auf rege Teilnahme an der Demo.
Datum: 24.04.
Ort: Königsplatz, Augsburg
Uhrzeit: 12 Uhr

Kommt zahlreich und verbreitet diesen Aufruf weiter!