Alles beginnt mit der Primärsozialisation die aus dem Umfeld in dem der jeweilige Mensch heranwächst entsteht. In der Primärsozialisation werden dem Menschen die ersten durch die Gesellschaft konstruierten Rollen zugewiesen, wie z.B. Jungs in den Fußballverein und Mädchen ins Ballett gesteckt werden. Die Person wird also durch die Erwartungen die von der Gesellschaft an sie gestellt werden in ihre Rolle gedrängt und auch soweit beeinflusst, dass sie diese Rolle als ganz natürlich ansieht und gar nicht auf den Gedanken kommt, diesen Rollen nicht zu entsprechen.
Die sekundäre Sozialisation eines Menschen ist weitaus vielfältiger als die vorangegangene. Die sekundäre Sozialisation entsteht durch die Gesellschaft und deren jeweilige Normen in denen sich der Mensch bewegt. Hier gibt es eine größere Bandbreite von Erwartungen und somit auch mehr Rollen. Der Mensch fühlt sich durch diese Vielfältigkeit, im Glauben diese Positionen wären richtig, bestärkt und versucht noch weniger aus diesen Rollen auszubrechen. Nur was leider übersehen wird ist, dass diese durch die Gesellschaft konstruierten Rollen nichts weiteres als ein den Menschen in seiner Freiheit einschränkendes Konstrukt sind. Selten wird mit diesen Normen gebrochen, wie auch, sie sind schließlich durch primäre und sekundäre Sozialisation so weit verinnerlicht, dass sie und die Erwartungen die an den Rollenträger gestellt werden das Selbstwertgefühl derjenigen Person ausmachen und sich der Mensch über diese Normen definiert. Einige wenige Menschen haben diese künstlich konstruierten Normen satt und versuchen diesen zu entgehen. Das Entgehen kann vielfältig sein, es fängt schon damit an, sich einfach nicht mehr kategorisieren zu lassen, egal in welchen Lebensbereichen. Ob man sich jetzt nicht mehr als Anhänger irgendeiner Jugendkultur definiert oder nicht mehr als Akademiker. Akademiker, ein gutes Beispiel. Personen die z.B. Arbeitslosenhilfe empfangen haben dank dieser Normen meist ein anderes Wertigkeitsempfinden als Akademiker. Genauso Mann und Frau usw.
Im Alltagsleben fallen diese Einschränkungen meist kaum auf. Doch durch diese Gesellschaftsnormen kommt es z.B. auch in der Liebe zu starken Kategorisierungen. Dank unserer Sozialisation lernen wir, alles was irgendwie aus der Norm zu springen scheint, wieder neu in eine Schublade zu packen und zu normen. Oft fallen Sprüche wie „Sind die zusammen?“ usw. die die Unsicherheit der Menschen gegenüber aus ihrer Wertvorstellung fallenden Dinge stark ausdrücken und hier wieder versuchen die Realität in Schemata zu pressen. Doch kann man in der Liebe tatsächlich nach gesellschaftlich konstruierten „Zwängen“ leben? Kann man da dann tatsächlich von Glück sprechen wenn man sich doch nur dem Konstrukt fügt? Führen diese Normen nicht oft genug zum Unglück? Verursachen sie nicht einen selbst auferlegten Zwang? Wozu denn Zwang wenn es um Liebe und Glück geht…